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May 11 2012

04:22

The Next Thing: Art in the 21st Century

I was supposed to share info about this fascinating project like a million years ago in the aftermath of XFF 2011 – where I met Pablo Baler – but I figure better late than never. It’s worth a look for anyone interested in the aesthetic side of transhumanism.


May 10 2012

16:14

Google Summer of Code 2012 by the Numbers: Part 1.1



So many of you have asked about the number of students from your particular country that we’ve decided to simply post the whole list.

Number of Accepted Students by Country
India = 227
United States = 173
Germany = 72
Russian Federation = 56
China = 45
Poland = 42
Sri Lanka = 42
Romania = 40
France = 38
Canada = 36
Brazil = 33
United Kingdom = 31
Italy = 30
Austria = 25
Ukraine = 25
Spain = 23
Singapore = 20
Greece = 18
Czech Republic = 15
Turkey = 15
Hungary = 14
Sweden = 14
Slovenia = 11
Belgium = 9
Croatia = 8
Finland = 8
Australia = 7
Belarus = 7
Ireland = 7
Macedonia = 7
Netherlands = 7
Switzerland = 7
Vietnam = 7
Slovak Republic = 6
Bulgaria = 5
Japan = 5
Serbia = 5
Argentina = 4
Egypt = 4
Latvia = 4
Lithuania = 4
Pakistan = 4
Portugal = 4
Bangladesh = 3
Chile = 3
Ecuador = 3
Israel = 3
Moldova = 3
Norway = 3
Peru = 3
South Korea = 3
Colombia = 2
Estonia = 2
Indonesia = 2
Taiwan = 2
Algeria = 1
Bosnia-Herzegovina = 1
Denmark = 1
Hong Kong = 1
Mauritius = 1
Mexico = 1
Nepal = 1
New Zealand = 1
Saudi Arabia = 1
South Africa = 1
Uruguay = 1
Uzbekistan = 1
Venezuela = 1

By Cat Allman, Open Source Programs
Tags: gsoc
05:09

President Obama Nods toward Perfecting Liberalism

In case you haven’t noticed, President Obama today came out in support of gay marriage (sort of). Color me unimpressed. The state sanctioning of gay marriage – should it occur – will likely further the demonization of queers like myself who don’t conform to gender norms, believe in monogamy, or yearn for the American dream. Rich and respectable gays and lesbians already despise us. So we have the president tepidly endorsing a dubious proposition with a decided dark side. Yay? At best – if done properly – liberal inclusion makes capitalism a bit more bearable. At worst, it uses the facade of diversity to intensify the oppression of “bad” members of the included group. In any case, it’s not the revolution, nor anything like the revolution. It’s not even a faint premonition.

As a queer anarchist who doesn’t particularly want to brawl with fascists, bash back, or perform other forms of aggressive revolutionary masculinity, I’m in an awkward spot in all this. I’m against bourgeois assimilationist nonsense, gay-gene garbage, and nuclear family ideals while simultaneously feeling alienating from opposition queer culture. Here, as in most other places, I make my own way.


May 09 2012

16:01

Against Privilege Theory and the Non-Profit Industrial Complex

Once you walk through the wall with me, then as I see it you are one of us. We are responsible to you and you to us; you become an Anarresti, with the same options as all the others. But they are not safe options. Freedom is never very safe. - Shevek

Here’s a notable recent piece on the racial politics of the Occupy movement from a group in Oakland. I don’t know how things went down in there, but puck lo’s analysis makes me skeptical of this account the name conflict. At home in Albuquerque, many of the folks who use so-called privilege theory hold goals akin to these authors. They’re not interested in mere inclusion and diversity; they want to radically transform the system both materially and culturally. Similarly, the disoccupy people these authors criticize as “conservative” aren’t so different in their aims.  I hope we can all collaborate against the system despite our differences, as unlikely as that dream may be.

As I just participated in the Queer (In)Security conference in a panel with Elliot Fukui as well as roundtable on the Occupy movement, the question of safety stands out to me. I concur with the linked pamphlet that it’s always an illusion and often a tool to channel dissent in ineffectual modes of resistance. On the other hand, we’ve got to do whatever we can to protest each other, including increasing our power in order to do so more credibly. (Transhumanism has potential applications in this arena.) Although safety is statistical rather than certain, we shouldn’t dismiss the concept. Cooperation with the bosses does carry rewards, at least in the short term. I don’t see a mass mobilization arising from the strategy of precipitating and then losing conflict after conflict with the cops. If the choice remains doing tricks for scraps or getting arrested, imprisoned, and/or beaten up in futile insurrectionary displays,  rational actors will keep on opting for the former and the latter will continue to attract those who can afford it plus those too desperate to care.


13:41

Julian Assange "The World Tomorrow" Episode 4

Julian Assange "The World Tomorrow" Episode 4.

Anmerkung: Kurz nach dem Gespräch wurde Nabeel Rajab von den Behörden festgenommen, einen Beitrag dazu findet ihr im WikiLeaks Forum.

http://www.wikileaks-forum.com/index.php/topic,11069.0.html

zur deutschen Übersetzung:

folgt..

09:25

Ein Walach versteht die Welt nicht mehr…

Herr Walach von der Viadrina versteht laut seines letzten Blog(?)-Eintrags nicht, warum es eigentlich alle auf ihn abgesehen haben. Es sei ja wie im Mittelalter, als die Wissenschaftsfundamentalisten einen gleich auf dem Scheiterhaufen verbrannten. Wissenschaft sei die neue Religion und jeder, der auch nur ein wenig aus der Reihe tanze, werde von der Inquisition verfolgt. Die GWUP hat ihn dafür auch gleich auf die Schippe genommen.

Was uns aufgefallen ist: Herr Walach hat mit seinem letzten Kommentar gezeigt, dass er entweder nicht versteht, warum die Arbeit grottenschlecht ist oder es weiß, sich nun aber herauswinden will. Jeder möge selbst entscheiden, was davon schlimmer ist.

Das Wissenschaftsverständnis des Herrn Walach

Herr Walach hat anscheinend einen sehr eigenen Wissenschaftsbegriff. Er scheint zu glauben bzw. argumentiert, dass Wissenschaft Denkverbote auferlege. Wenn man sich dann mit ungewöhnlichen Dingen beschäftige, werde von den “Wissenschaftsfundamentalisten” auf einem herumgetrampelt. Gewisse Dinge dürfe man einfach nicht untersuchen, denn dann sei man Esoteriker.

Sein Institut scheut sich dagegen nicht, sich als “einzelner Kämpfer” diesen Denkverboten entgegenzustemmen und mit Dingen zu beschäftigen, für die andere keinen Mut aufbringen. Aus Furcht vor den Fundamentalisten vermutlich.

Was Herr Walach dabei allerdings geflissentlich ignoriert, ist die Grundlage bereits vorhandenen Wissens. Neues Wissen zu schaffen bedeutet, dass man versucht, bestehendes Wissen zu erweitern und zu verbessern. Es ist ein Prozess, bei dem Ziegel auf Ziegel gelegt und nicht in der Garage nach Drachen gesucht wird.

Selbst Einstein, der mit seinen Theorien die Newtonsche Physik “abgelöst” hat, schuf nichts völlig Neues. Wir berechnen Beschleunigungen und Geschwindigkeit im Alltag immer noch nach Newton. Erst bei sehr hohen Geschwindigkeiten (z.B. in der Raketentechnik) wird Einstein relevant. Die Formeln Einsteins widersprechen dabei Newtons Formeln nicht. Sie verfeinern sie nur. Eine neue wissenschaftliche Theorie muss alles bisher Beobachtete erklären können, idealerweise besser und genauer.

Auch die vielen Atommodelle der Vergangenheit waren immer nur Verfeinerungen der vorhergehenden. Die vorherigen waren nicht falsch, wurden aber durch bessere abgelöst.

Herr Walach möchte aber wohl am liebsten die Regeln brechen und eine neue Physik einführen. Mit seiner Argumentation könnte man auch begründen, dass es sinnvoll sei zu untersuchen, ob es gegen Hodenkrebs hilft, sich den Kopf zu rasieren und mit Marmelade einzuschmieren. (Einige pseudomedizinische Behandlungen sind übrigens tatsächlich derart abstrus.)

Wenn plötzlich 2 + 2 = 5 gelten soll (eine vernünftige Definition der Symbole vorausgesetzt), dann bekommt man es tatsächlich mit Wissenschaftsfundamentalisten zu tun. Zumeist trifft der gelehrige Schüler auf einen solchen/eine solche in der ersten Klasse der Grundschule und lernt, dass es ein Fundament gibt, auf dem man aufbaut. Andere brauchen offenbar etwas länger.

Das Thema der Arbeit

Herr Walach meint des Weiteren, dass auf ihm und dem Autor der Arbeit herumgehackt werde, weil das Thema der Arbeit abstrus ist. Das Thema ist zwar tatsächlich sehr eigen, aber das ist nur ein Stück des Kuchens. Forschung an seltsam erscheinenden Themen passiert dauernd.

Es gibt z.B. eine wissenschaftliche Arbeit, die sich mit Fäkal-Druck bei kackenden Pinguinen beschäftigt. So abartig sich das anhören mag: es ist eine gute Arbeit und wesentlich interessanter als der Titel vermuten lässt. Dass die Arbeit den Ig-Nobelpreis bekommen hat, drückt dabei nicht aus, dass die Arbeit schlecht sei, sondern die Jury sich wohl herzlich über Titel/Thema amüsiert hat.

Oder um in den esoterischen Bereich zu kommen: der Wasserverschwurbler Grander hat einige Diplomarbeiten bezahlt, die sich mit seinem nutzlosen Wasserdrehdingsda beschäftigten. Die Arbeiten haben zwar den zahlenden Auftraggeber nicht befriedigt, aber sie waren wissenschaftlich im Wesentlichen korrekt.

Diese Beispiele sollen illustrieren, dass man sich mit ungewöhnlichen Themen wissenschaftlich beschäftigen kann, ohne kritisiert zu werden.

Das Problem

Das Problem der Arbeit ist nicht ein einzelner Punkt, sondern das Gesamtpaket. Eine Masterarbeit muss wissenschaftlichen Standards genügen. Florian Freistetter hat mit einem schönen Blogbeitrag bereits die meisten Probleme der Arbeit und der Argumentation Walachs skizziert. Das Thema ist unplausibel im Quadrat, die Form erinnert an einen Schulaufsatz, die diversen Probleme mit der Statistik hätten dem Gutachter auffallen müssen, dazu diverse Fehler wie eine Lichtgeschwindigkeit von 3.000 km/h.

Was uns aber am schwerwiegendsten erscheint, ist das Unvermögen der Herren Walach und Schmidt einzusehen, wo das Problem liegt. Es erscheint uns zwar wahrscheinlich, dass beide in Zukunft vorsichtiger sein werden – aber wohl nicht aus dem ehrlichen Bedürfnis, bessere Arbeit zu leisten, sondern um sich nicht der “Verfolgung durch die Wissenschaftsfundamentalisten” auszusetzen.

Wer bei dem Ganzen wirklich draufzahlt, sind 6.500 Studenten an der Viadrina, die mit “Hogwarts an der Oder” leben müssen.

May 08 2012

16:00

Google Summer of Code 2012 by the Numbers: Part 1 of 2


Now that the mentoring organizations have made their selections, it’s time for the first of two posts breaking down the numbers about the students accepted into the 2012 instance of Google Summer of Code.

This 8th year of Google Summer of Code is the largest yet. More mentoring organizations received more applications from more students than ever before. We received a record number of applications - 6685 - from 4258 students from 98 countries to work with the 180 selected mentoring organizations.

We also accepted more students this year: 1212 from 69 countries. This year India supplied the largest number of students, 227.

The 10 countries with the highest number of accepted students are:

Country# of 2012 Accepted Students India227 United States172 Germany72 Russian Federation56 China45 Poland42 Sri Lanka42 Romania40 France38 Canada36
This year we are excited to have a student from the African nation of Mauritius, (http://en.wikipedia.org/wiki/Mauritius) which hasn’t previously been represented in Google Summer of Code.

The program set another record this year: the highest percentage yet of women accepted. 8.3% of our accepted students identified themselves as female, versus 7.1% percent last year. Overall the percentage of women accepted has slowly but surely increased every year since 2006.

We’re very excited to see what our record crop of students come up with this year! Currently the students are in the community bonding period where they familiarize themselves with their projects, mentors and communities, before the coding period starts on Monday, May 21st.  Good luck to them all!

Please visit our program site and timeline for more information, and watch this space for part 2 of “Google Summer of Code 2012 by the Numbers” about the universities represented this year.

By Cat Allman, Open Source Programs
Tags: gsoc

May 06 2012

16:02

Hexerei im 21. Jahrhundert: Mit Suchmaschinen zum Erfolg!

Früher war die Wahrsagerei ein hartes Gewerbe. Man musste sich ernsthaft etwas einfallen lassen. Schon Oma Wetterwachs wusste, Pschikologie gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten einer Hexe und wohl auch Wahrsagerin. Aber heutzutage, in unserer hochtechnisierten Welt, hat man als Hexe ganz andere Möglichkeiten.

Zwei “mächtige” und berühmte Hexen in Rumänien haben gezeigt, wie es geht. Die Kunden waren von dem ausführlichen Wissen der beiden Hexen beeindruckt; mit unglaublicher Treffsicherheit wussten sie Dinge, die kein anderer wissen konnte.

Über das Internet haben sich die beiden Hellseherinnen einen Überblick über ihre Opfer verschafft, sie durch Suchmaschinen gejagt, ihre Onlineprofile gelesen und wenn es rentabel schien, die Leute auch mit versteckten Kameras und angezapften Telefonen überwacht.

Wie der englische Mirror berichtet, haben die beiden Frauen und ihre Komplizen (7 Personen insgesamt) das sehr geschickt gemacht und auch Schutz vor bösen Geistern und dem Teufel verkauft. Vor allem haben sie dabei nicht schlecht verdient und manchen Opfern zehntausende Euro aus der Tasche gezogen.

Die rumänische Schauspielerin und Moderatorin Oana Zavoranu, die inzwischen Anzeige erstattete, hat ihnen gut 450.000 Euro in Bargeld und Wertgegenständen gezahlt, um sich vor bösem Zauber der eigenen Mutter zu schützen. Laut den Hexen sei die Schauspielerin aber nur wütend, weil die Hexen versprochen hatten, ihre Mutter mit Flüchen umzubringen, diese aber noch immer am Leben ist.

Andere bekannte Persönlichkeiten sollen mit Zaubersprüchen bedroht worden sein, was den beiden Hexen Anklagen wegen versuchter Erpressung eingebracht hat.

Besonders beachtenswert der Fall einer Frau, der sie einredeten, dass sie sich von der Bürde des Weltlichen lösen und ihr Geld bei einem mitternächtlichen Ritual in einen See werfen soll. Dort zweifelte die Frau zwar kurz, doch dann erhob sich eine dämonische Figur aus dem Wasser und sie warf in Panik ihr Geld doch weg und floh.

Was man mit einer Taucherausrüstung und einer gruseligen Maske nicht alles erreichen kann …

Ein besonderes Schmankerl: Als sie versuchten, sich aus den Anschuldigungen mit Bestechung freizukaufen, wurde die Truppe bereits überwacht und wegen Beamtenbestechung festgenommen. Das haben sie offensichtlich nicht kommen sehen.

Es mag vielleicht überraschen, aber Hexen und Wahrsager gehören mit einem Jahreseinkommen von 15.000 Euro zu den Spitzenverdienern im Land (Durchschnittslohn 2009: ca 5.000 Euro). Was die Regierung auch dazu bewegt hat, die Wahrsagerei ab dem 1. Jänner 2011 steuerpflichtig zu machen. Astrologie und ähnliches galt bis dahin als Sozialberuf(!). Die Idee zu dieser Steuer kam bereits 2001 auf; es hat 10 Jahre gedauert, bis sie Wirklichkeit wurde.

Die Hexen wehrten sich mit bitterbösen Flüchen inklusive geopferter Tiere – allerdings ohne Erfolg, auch wenn sogar Staatspräsident Traian Băsescu an violette Esoterik glaubt.

Viele Vertreter eines modernen Rumänien meinen, dass ihr Land vom Westen als von Aberglauben, Vampiren und Hexen durchsetzt abgeschrieben wurde und argumentieren, dass mittelalterliche Praktiken nicht mehr zeitgemäß sind. So kämpft z.B. der Abgeordnete der “Partei der Roma”Nicolae Păun für ein Gesetz, das Hexerei und Wahrsagerei überhaupt strafbar machen soll.

Es bleibt zu hoffen, dass Fälle wie dieser Wasser auf die Mühlen der Vernunft sind.

May 05 2012

22:05

Religionsschule Waldorfschule: Ein „Umkreisen Gottes“

Heute mal wieder ein Gastbeitrag von Andreas Lichte. Der Artikel wurde bereits bei den Ruhrbaronen veröffentlicht.

Bei den Ruhrbaronen streitet man darüber, ob es an öffentlichen Schulen bekenntnisorientierten Religionsunterricht geben sollte. An den Waldorfschulen gibt es ihn – als Ablenkungsmanöver von der alles durchdringenden religiösen Prägung durch die Anthroposophie.

Der Erziehungswissenschaftler Prof. Klaus Prange schreibt in seinem Standardwerk „Erziehung zur Anthroposophie – Darstellung und Kritik der Waldorfpädagogik”: „Die Anthroposophie braucht in der Tat nicht [in den Unterricht der Waldorfschule] hineingetragen zu werden, sie ist immer schon da.”

Schwieriger wird es, will man die Religion Anthroposophie auch als solche erkennen, Prange führt aus: „In der Tat entsteht aus der Differenz von allgemeiner öffentlicher Präsentation, die sich der üblichen Vokabeln und Formeln bedient, und dem, was eigentlich damit gemeint ist,der Eindruck, man habe es bei der anthroposophischen Pädagogik mit einer Art Mogelpackung zu tun, die ein sehr eigenwilliges Produkt in einer geläufigen und höchst normalen Verpackung an den Mann zu bringen versucht.“

Zur Illustration der „Mogelpackung Waldorfpädagogik“ ein Beispiel aus der Praxis meiner Ausbildung zum Waldorflehrer – der „Lehrer“ ist ein Gastdozent am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“:

Ein letztes Mal quietscht die Kreide über die Tafel. Der Lehrer steht bewundernd vor seiner vollendeten Unendlichkeitskonstruktion. Den Kreidestaub aus seiner Aura und seinem modischen Jackett klopfend, holt er nun zur Offenbarung letzter Wahrheiten aus: »Sie sehen, der Mensch besitzt die Fähigkeit zur Erkenntnis des Unendlichen, des Göttlichen…« Das Fach: Mathematik, genauer: »darstellende Geometrie«.

Die „normale Verpackung“ ist „Mathematik“, das „eigenwillige Produkt“ die Religion Anthroposophie. Lothar Steinmann, Leiter des „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“, schreibt dazu in einer e-Mail an Pfarrer Thomas Gandow, Beauftragter für Sektenfragen der Evangelischen Kirche:

Die Begegnung mit der Unendlichkeit ist für Schüler, wenn sie denn stattfindet, immer auch die Begegnung mit einer neuen Dimension. Das vermeintlich Abstrakte verdichtet sich zu einem Erlebnis, dass eine andere, vielleicht transzendente Seinsebene ahnen lässt. Geometrie ist in diesem Sinne immer auch Begegnung mit dem Unendlichen. Ich fasse das als eine Art »Umkreisen Gottes« auf, benutze damit einmal ein Ihnen geläufiges Vokabular, und wünsche mir in diesem Unterricht, wenn es denn gelingt, eine Art religiöser Stimmung, bei der Richtungen, Ismen und Konfessionen keine Rolle spielen.

Ein weltanschaulich neutrales „Umkreisen Gottes“? Hier klingt das anthroposophische Selbstverständnis an, „Wissenschaft“ sein zu wollen: Rudolf Steiners irreführende Bezeichnung für die Religion Anthroposophie ist „Geisteswissenschaft“. Lothar Steinmann kann aber auch deutlicher werden, so sagt er an die zukünftigen Waldorflehrer gerichtet: „Sie werden die Welt mit anderen Augen sehen … Zweck unseres Zusammenseins ist Rudolf Steiner.”

In der Waldorfschule sind alle Fächer von Rudolf Steiners Religion Anthroposophie geprägt, hier nur noch ein weiteres Beispiel aus einem Gebiet, wo man im 21igsten Jahrhundert eigentlich keine Religion erwarten würde:

Im Fach «Himmelskunde« hantiert ein anderer Lehrer mit einer Antiquität: einer »Armillarsphäre«. Das ist ein Modell des geozentrischen Weltbildes, in dem die Erde Mittelpunkt des Universums ist. Er will den Schülern den Himmel auf »natürliche Weise« nahe bringen, »so wie der Mensch ihn erlebt«. Warum? Der Lehrer erläutert es mit einem Schiller-Zitat: »Es knüpft dein Zenit und Nadir dich an die Achse der Welt …«, »das bringt eine moralische Dimension«. Leider lösen Moral und Schiller bei den Schülern nur Erstaunen aus, deshalb erklärt er dasselbe noch einmal, diesmal zum Anfassen: »Das Zentrum der Welt ist in meinen Füßen, das Zentrum der Welt ist in meiner Haarspitze. Sie sind immer das Zentrum … ein erbauender Gedanke! Der Mensch, sein Ich, steht im Zentrum der Welt: Ich bin Gott …«

In der „Himmelskunde“ lässt der Dozent erahnen – und bewusst offen! – welch bedeutende Rolle der Mensch in der Anthroposophie hat, hier im Schnelldurchlauf:

„Anthroposophie“ heißt übersetzt „Weisheit vom Menschen“. In der Anthroposophie ist alles „Mensch“, auch die Natur ist vom Menschen „durchgeistigt“. Der Mensch ist Beginn und Ende der Welt.
 Rudolf Steiner stellt Darwins Evolutionslehre auf den Kopf und zugleich in den Rahmen einer kosmischen Geschichtsschau: Der Mensch steht am Anfang. Aus ihm heraus haben sich die Tiere entwickelt, sind Spezialisierungen, Vereinseitigungen menschlicher Eigenschaften. Und zugleich ist „der Mensch“ auch Ziel des ganzen Entwicklungsgeschehens. Aufgrund „höherer Notwendigkeiten“ steigt er als rein geistiges Wesen in die materielle Welt hinab, um sich – und damit auch die „geistige Welt“ – im Verlaufe vieler Reinkarnationen zu perfektionieren.

Der selbsternannter Hellseher Rudolf Steiner behauptete, in der „Akasha-Chronik“, einem „Geistigen Weltengedächtnis“ im „Äther“ lesen zu können. Laut Steiners übersinnlichen Erkenntnissen vollzieht sich die „Menschheitsentwickelung“ nacheinander auf sieben „Planeten“: Saturn, Sonne, Mond, Erde, Jupiter, Venus, Vulkan.

Zurzeit befindet sich die Menschheit auf der Erde. Die Erdentwicklung begann mit einer „polarischen“ und „hyperboräischen“ Zeit, es folgten „Lemurier“ und „Atlantier“, Zitat Rudolf Steiner, „Aus der Akasha-Chronik“: „Und von einem kleinen Teil [der Atlantier] stammen die so genannten Arier ab, zu denen unsere gegenwärtige Kulturmenschheit gehört.“

„Arier“ benutzt Steiner synonym zu „Europäer“, andere Kulturen und Völker spielen keine entscheidende Rolle – wie sollten sie auch, wurden sie doch „zu verkümmerten Menschen, deren Nachkommen heute noch als so genannte wilde Völker gewisse Teile der Welt bewohnen.“ (ebd.)

Zu abgehoben? Wo bleibt die Praxis? In der Waldorfschule wird auch „Atlantis“ – als Geburtsstätte der „Arier“ – unterrichtet. Noch nie davon gehört? Manche Eltern auch nicht, siehe das Feature des SWR, „Betrifft: Wie gut sind Waldorfschulen?“:

O-Ton Mutter: »Also ich bin noch nie über irgendwelche Inhalte gestolpert, die mich irritiert hätten, ist mir nicht passiert.«

SWR: »Aber uns. Als wir in Julias alten Epochenheften graben, finden wir ein Geschichtsheft, das doch tatsächlich mit der Beschreibung von Atlantis beginnt …«

Wenn es richtig „waldörflich“ sein soll, zitiert man hier am besten Goethe: „Den Teufel spürt das Völkchen nie, // und wenn er sie beim Kragen hätte.“ Anders gesagt: Die beste Missionierung ist die, die man gar nicht erst bemerkt.

15:56

Julian Assange The World Tomorrow Episode 3

Julian Assange The World Tomorrow Episode 3

zur deutschen Übersetzung:

http://www.wikileaks-forum.com/index.php/topic,10911.0.html

15:53

Julian Assange The World Tomorrow Episode 2

Julian Assanges The World Tomorrow Episode II

zur deutschen Übersetzung:

http://www.wikileaks-forum.com/index.php/topic,10737.0.html

15:50

Julian Assange The World Tomorrow Episode 1

Von unseren Medien totgeschwiegen, findet Momentan ein Format im Web statt, dass es vorher noch nie so gab. Julian Assange, Mitgründer von WikiLeaks interviewt bekannte Personen aus der Politik und wirft ein komplett neues Bild auf die Situationen in anderen Ländern, ihr findet hier die Episoden und auch die deutsche Übersetzung zu diesen Folgen.

Episode I

zur deutschen Übersetzung:

http://www.wikileaks-forum.com/index.php/topic,10809.0.html

11:54

Gepäckreklamation bei Air Berlin: letzter Ausweg Social Media

Über Silvester bin ich von Düsseldorf mit Air Berlin nach Wien geflogen - und wieder zurück. Dabei wurde mein Kurzreiesekoffer so sehr beschädigt, dass er nicht mehr zu reperarieren war. Kein Problem, dachte ich mir - so ein Koffer wird schließlich schnell ersetzt. Selbst hatte ich mit so einer Beschädigung keine Erfahrung - doch von anderen weiß ich, dass zumindest die Lufthansa schnell und unkompliziert hilft.

Nicht so Air Berlin. Eine Vorahnung davon bekam ich schon am Flughafen Düsseldorf, wo ich mein Gepächstück bei der zuständigen Stelle reklamierte. "Welche Gesellschaft?" "Air Berlin" "Oh, das wird kompliziert". Die Fluggesellschaft, die auf ihrer Website mit "perfektem Service" wirbt, verlangt nicht weniger als die folgenden Dokumente zur Gepäckreklamation:

- Schadensmeldung vom Flughafen

- Buchungsbestätigung, Flugschein

- Gepäckkontrollabschnitt

- Reparaturquittung oder Bescheinigung eines Fachgeschäftes, dass eine Reparatur nicht möglich ist mit Angabe zu Neupreis, Alter, Fabrikat

- Angabe, dass keine Reisegepäckversicherung besteht

Erst wenn alle diese Dokumente vorliegen, reagiert Air Berlin überhaupt. Das Gutachten muss dabei selbstverständlich selbst erstellt und vorfinanziert werden. Die dadurch verlorene Zeit und die Fahrt zu einem Fachgeschäft, das das Gutachten erstellen kann, ersetzt Air Berlin nicht.

Bei mir löst eine derart kundenfeindliche Abwerhstrategie gegen berechtigte Forderungen eine Trotz-Reaktion aus. Tatsächlich habe ich alle Dokumente samt Gutachten besorgt und am 19. Januar 2012 gesammelt an Air Berlin geschickt. Schnell bekam ich eine schriftliche Bestätigung über den Eingang der Dokumente. Dann tat sich monatelang nichts mehr. Auf eine E-Mail an kundenservice@airberlin.com vom 26. April 2012 reagierte Air Berlin überhaupt nicht.

Vergangene Woche - also mehr als drei Monate später - riss mir der Geduldsfaden. Wie langsam die Mühlen bei schriftlicher Kommunikation bei Air Berlin mahlen, wusste ich inzwischen ja. Also versuchte ich die in dem Brief angegebene Service-Nummer: 030/3434-0. Egal zu welcher Tageszeit ich diese Nummer wählte - und ich versuchte es an mehereren Tagen - immer bekam ich dieselbe Bandansage: Derzeit riefen zu viele Kunden an, ich solle es später noch einmal probieren.

Letzter Ausweg: Social Media. Nachdem ich mich über Twitter beschwerte, reagierte der Twitter-Account binnen Minuten. Ich solle mein Anliegen noch mal einen eine spezielle Twitter-E-Mail-Adresse schicken. Merke: Es gibt Kunden erster und zweiter Klasse bei Air Berlin: Jene, die sich für sich alleine ärgern und jene, die ihrem Ärger öffentlich via Twitter oder Facebook Luft machen - offenbar nur letztere werden ernst genommen.

Tatsächlich ging nach meiner Twitter-Beschwerden alles sehr schnell. Auf den 30.4.2012 datiert ist ein Brief, in dem mir Air Berlin mitteilt, dass sie mir 24 Euro zzgl. der Gutachter-Kosten erstatten werden. Ich frage mich allerdings, ob Air Berlin das extra erstellte Gutachten überhaupt gelesen hat. Dem Gutachten zufolge hatte der Koffer nämlich noch einen Zeitwert von 36 Euro.

May 04 2012

21:26

Lib-Ray Non-DRM HD Video Standard Project Launched on Kickstarter

As part of a project to create a non-DRM fixed media standard for high-definition video releases, Terry Hancock has launched a Kickstarter campaign which will produce two Lib-Ray video titles and player software to support them.



"Sita Sings the Blues" is the award-winning, feature-length animation by Question Copyright Artist-in-Residence Nina Paley, released under the Creative Commons Attribution-ShareAlike license. This will be a Creator Endorsed release, with a portion of funds going to Nina Paley herself after the minimum needed for the project is raised. This will be a beautiful edition in 1920x1080 HD video with lossless stereo audio, and it will be subtitled in over a dozen languages. This is the first time this film has been available in high-definition, due to Paley's reluctance to use Blu-Ray with its DRM issues.



The "Blender Foundation Open Movie Collection" will be a single Lib-Ray release containing the three currently-complete Blender Foundation Open Movies: "Elephants Dream", "Big Buck Bunny", and "Sintel". These will be in 1920x1080 HD video with lossless stereo and 5.1 surround soundtracks. These will also have a number of subtitle tracks and commentaries.

Unlike Blu-Ray, Lib-Ray releases do not support DRM, encryption, or region-coding options, and are intended for worldwide release. Thus the standard is designed with a highly-adaptable localization scheme, providing many more subtitles than are typically available on Blu-Ray or DVD regional releases.

The Lib-Ray standard will also incorporate metadata and cover art options to make them easier to cache in retrieval systems -- an option intentionally blocked by the design of proprietary standards.

It is hoped that Lib-Ray will become a viable niche standard for free-culture and independent filmmakers to use for wider distribution of their films in high-definition format without the hassle, cost, and ethical issues surrounding proprietary DRM video standards.

Lib-Ray will be physically stored on high-capacity SD cards (SDHC media) which are more expensive than optical disks, but rapidly dropping in price. They are also a read-write medium, which allows for some additional features for producers, including easier short-run production and the possibility of publishing post-release patches (such as for additional subtitle tracks as they become available).

The funds will support the creation of these releases as well as player software to support Lib-Ray playback on computers, including Home Theater PCs. A manual will also be available, containing the full specification and tutorials on creating and using Lib-Ray releases.

Hancock says, "I recently realized that Lib-Ray will not get off the ground without developing player software and that all the pieces needed to create it were already available to me. I have the necessary coding experience for this (it will be written in Python, using the Gstreamer and Webkit library bindings), and so it's really just a matter of time. It's too much for me to do in my spare time, but if I can get the support to work on it full time for a short while, I should be able to make it all work smoothly.

"I'm a regular contributor to Free Software Magazine, and I've been documenting my progress on previous prototypes in my column there -- ever since I discovered the DRM quagmire that is Blu-Ray publishing!"

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Tags: news
07:17

Governments wage wars against people, not against “regimes”

Here’s something from a recent go-around at the Bleeding Heart Libertarians blog between me and Ilya Somin. The topic of the post was actually May Day, and most of the discussion is rightly about that, but in one eddy of the conversation, Somin decided to say this:

If the wrongs of the US were on anything like the same scale as those of communist regimes, this would indeed be a good suggestion. In the real world, it’s obviously not - especially since many of the US’ “endless wars” actually were against brutal totalitarian regimes… .

Which is just really too much. I replied:

Shame how all those dead civilians kept getting in the way of the brutal totalitarian regimes the U.S. government was fighting wars against.

U.S. bomber wings show up over Tokyo, planning to firebomb a “brutal totalitarian regime,” and somehow instead they end up killing 100,000 men, women and children in a single night, who were not part of the regime and had no control over it. They show up over Hiroshima, and in Nagasaki, expecting to drop atomic bombs on a “brutal totalitarian regime,” and somehow instead they end up dropping them on cities of hundreds of thousands of people, wiping out about a quarter million civilians in the process over the course of just over 72 hours. Years later, the U.S. government comes to Viet Nam, intending to wage war against a brutal totalitarian regime, and somehow by the time they leave, the brutal totalitarian regime is still flourishing there, but 4,000,000 other Vietnamese no longer are. A man with less perspective might think that this sort of thing was a sign that the U.S. government, like every other government, doesn’t actually wage war against “regimes;” rather that it wages wars on countries and peoples who are inevitably become the overwhelming majority of the victims of the war. Perhaps this was done in the hopes that by doing it, they might somehow get at the regime hiding behind those people in those countries. If so, then the question of justice here certainly turns on something more than just the quality of the ends for which these megamurdering means were deliberately chosen.

See also:

Reposted bysofias sofias

May 03 2012

22:00

Whiteness Studies 105: Discovery.

Here’s something from a recent story at Discovery News. The story is actually about some research that’s being done on John Cabot’s expeditions across the Atlantic in the late 16th century. Anyway, this is how Discovery decided to headline the story:

COLUMBUS MAY NOT HAVE BEEN FIRST TO AMERICA.

* * *

Really? You don’t say.

Let me just mention that the question under investigation in the story — whatever may be the case, whether or not the questions they’re looking into about John Cabot turn up anything new or not — it could not possibly have anything to do with the truth or falsity of the thing in the headline. We already know perfectly well about that, unless there are some people whose arrival counts, and other people whose arrival did not.

See also:

Reposted bywonkoZaubertrankAluAluposiputtsofias
15:56

Whatever liberalism it pretends, whatever name it assumes

From Anthony Gregory (2012-04-26), Only One Way to End the Indecencies of War, in the Huffington Post:

The only solution to this is to stop the indecencies that are being recorded for the world to see. Blaming the publishers of these photos is entirely the wrong approach. It puts the chill on free speech whenever the government insists upon secrecy. Let’s address the underlying issue and stop blaming the messenger.

To this point, we might focus on Panetta’s most telling comment: This is war. I know that war is ugly and it’s violent…

Many would see this as a throwaway line, meant to lend some context to the obscenities, yet it dismisses the true core of the problem. Wars, particularly modern wars, necessarily entail indecencies and atrocities — yet some would have us believe that a few bad apples are all that is tainting an otherwise justifiable and moral war. Surely militarists and the administration encourage this view, but so do some opponents of the administration who imply the war could be waged much better under different leadership. Similarly, liberal critics of Bush sometimes implied that a more capable executive, like Kerry or Obama, would wage war without excessive intervention many Democrats often claimed to characterize Bush’s foreign policy.

NBC’s Col. Jack Jacobs argues that the problem is a lack of sound leadership, but we might be forgiven for wondering which major war in memory — or even in the last century — was devoid of such indecency on the part of soldiers. Where has there ever been a war whose leadership guaranteed the professional behavior whose decline Jacobs laments?

. . . In any event, so long as we blanch at the site of desecrated body parts or soldiers urinating on corpses while we tolerate perpetual war that makes such actions (and even much worse) inevitable, we are totally missing the point. The attempt to ascribe this indecency to a handful of soldiers or poor leadership is a distraction from the full indecency of war itself, much like the Abu Ghraib photos were used to deflect attention from questions of U.S. detention policy.

As of August 2011, Obama’s drone wars killed an estimated 168 children in Pakistan. That is a consequence of U.S. policy. In the last 20 years of U.S. operations in Iraq, Iraqi citizens have suffered under exponential loss of innocent civilians. Much of this misery results from the U.S.-UN sanctions implemented and enforced by the Bush and Clinton administrations. Both administrations have fallen short of accomplishing their missions to prop up a thoroughly backwards regime, defeat an al Qaeda network that is hardly there anymore, and fight an unwinnable war on opium. Obama’s considerable escalation of the war efforts has not yielded greater protection of the Afghan people, who suffered a record number of civilian deaths last year — the fifth straight year that casualties rose.

The Obama administration asks that we look beyond the scandalous photos at the big picture of the war in Afghanistan. Supposedly, this means we should focus on the progress that top officials claim to have made. Yet the situation is as unstable as ever. U.S. officials are negotiating with the Afghans to maintain a serious presence there for more than another decade, as though this prolonged engagement will finally bring about whatever the administration hopes to accomplish there.

Eventually, the U.S. military will withdraw from Afghanistan, and perhaps from its imperial presence throughout the world. Only then will we rid of the indecencies intrinsic to war.

—Anthony Gregory (2012)

From Marja Erwin (2012-04-25), The persecution of Breanna Manning and the incoherence of American Centrist ideology:

American Centrists, Fascists, and other authoritarians are calling for the murder of Breanna Manning, preferably without trial, and of many of her supporters. . . .

The American government claims legitimacy based on the supposed consent of the governed. But consent requires equality. As long as the government keeps secrets from the governed and has power over the governed, it does not have consent, and does not have legitimacy.

The American Centrists grant the government legitimacy based on the supposed consent of the governed. Then they grant the American government unlimited secrecy and unlimited power because of its legitimacy, though they may criticize other governments because of their lack of legitimacy. The American Centrists insist, in particular, that the American government has an inherent right to keep secrets and the people, not the American people, and not the whole world’s people, could possibly have a right to know what the American government is up to. The American Centrists have detached legitimacy from its supposed grounding in consent and now use legitimacy to support secrecy which makes consent impossible. They have liquified the ground they were standing on and are now sinking into.

So they attack Breanna Manning for sharing the secrets of the war machine. If she did what she is accused of, she is one of the outstanding heroes of our time.

But let’s get to the accusations of treason:

First off, there’s the legal definition, which requires the claim that the public is an enemy.

Second, there’s the political definition, that of acting against a legitimate government. [I don’t believe there are any]. But if the government keeps secrets from the public, it cannot have consent, and therefore cannot have legitimacy, and it is incoherent to claim treason when someone reveals its secrets to the public.

Third, there is the religious definition, which refers to oath-breaking. Warrior bands dedicated to war gods such as Woþins/Woden/Odin or Mars/Mamers required oaths as part of their initiation. Each warrior would declare absolute loyalty to the other warriors. This helped separate the warriors from the civilian society and helped make the warrior bands into effective mercenaries, plunderers, and slave-raiders. The practice of oath-keeping has, I think, done little good and monstrous harm throughout history.

And when I see all these knee-jerk accusations of treason and calls for murder, I remember how, because of my opposition to war, I’ve been called anti-American, attacked, severely beaten, and I’ve gotten death threats. There is a very deep pit of hatred in this land.

—Marja Erwin (2012)

All of which is important. And all of which has something, I think, to do with this. From Randolph Bourne (September 1917), A War Diary, in Seven Arts:

Thus the liberals who made our war their own preserved their pragmatism. But events have shown how fearfully they imperilled their intuition and how untameable an inexorable really is. For those of us who knew a real inexorable when we saw one, and had learned from watching war what follows the loosing of a war-technique, foresaw how quickly aims and purposes would be forgotten, and how flimsy would be any liberal control of events. It is only we now who can appreciate The New Republic—the organ of applied pragmatic realism—when it complains that the League of Peace (which we entered the war to guarantee) is more remote than it was eight months ago; or that our State Department has no diplomatic policy (though it was to realize the high aims of the President’s speeches that the intellectuals willed America’s participation); or that we are subordinating the political management of the war to real or supposed military advantages, (though militarism in the liberal mind had no justification except as a tool for advanced social ends). If, after all the idealism and creative intelligence that were shed upon America’s taking up of arms, our State Department has no policy, we are like brave passengers who have set out for the Isles of the Blest only to find that the first mate has gone insane and jumped overboard, the rudder has come loose and dropped to the bottom of the sea, and the captain and pilot are lying dead drunk under the wheel. The stokers and engineers however, are still merrily forcing the speed up to twenty knots an hour and the passengers are presumably getting the pleasure of the ride.

The penalty the realist pays for accepting war is to see disappear one by one the justifications for accepting it. He[1] must either become a genuine Realpolitiker and brazen it through, or else he must feel sorry for his intuition and be regretful that he willed the war. But so easy is forgetting and so slow the change of events that he is more likely to ignore the collapse of his case. If he finds that his government is relinquishing the crucial moves of that strategy for which he was willing to use the technique of war, he is likely to move easily to the ground that it will all come out in the end the same anyway. He soon becomes satisfied with tacitly ratifying whatever happens, or at least straining to find the grain of unplausible hope that may be latent in the situation. . . . Professor Dewey has become impatient at the merely good and merely conscientious objectors to war who do not attach their conscience and intelligence to forces moving in another direction. But in wartime there are literally no valid forces moving in another direction. War determines its own end—victory, and government crushes out automatically all forces that deflect, or threaten to deflect, energy from the path of organization to that end.

All governments will act in this way, the most democratic as well as the most autocratic. It is only liberal naïveté that is shocked at arbitrary coercion and suppression. Willing war means willing all the evils that are organically bound up with it. A good many people still seem to believe in a peculiar kind of democratic and antiseptic war. The pacifists opposed the war because they knew this was an illusion, and because of the myriad hurts they knew war would do the promise of democracy at home. For once the babes and sucklings seem to have been wiser than the children of light.

—Randolph Bourne (1917)

And with this. From Anonymous (1756), A Vindication of Natural Society: or, a View of the Miseries and Evils Arising to Mankind from every Species of Artificial Society:

To prove, that these Sort of policed Societies are a Violation offered to Nature, and a Constraint upon the human Mind, it needs only to look upon the sanguinary Measures, and Instruments of Violence which are every where used to support them. Let us take a Review of the Dungeons, Whips, Chains, Racks, Gibbets, with which every Society is abundantly stored, by which hundreds of Victims are annually offered up to support a dozen or two in Pride and Madness, and Millions in an abject Servitude, and Dependence. There was a Time, when I looked with a reverential Awe on these Mysteries of Policy; but Age, Experience, and Philosophy have rent the Veil; and I view this Sanctum Sanctorum, at least, without any enthusiastick Admiration. I acknowledge indeed, the Necessity of such a Proceeding in such Institutions; but I must have a very mean Opinion of Institutions where such Proceedings are necessary. . . . In vain you tell me that Artificial Government is good, but that I fall out only with the Abuse. The Thing! the Thing itself is the Abuse!

—Anonymous (1756)

  1. [1] [Sic. —Ed.]
13:02

Messias 2.0

Heute bloggen wir einen uns freundlicherweise zur Verfügung gestellten Gastbeitrag von einer Werbeveranstaltung des Bruno-Gröning-Freundeskreises. Danke an Sigrid Herrmann-Marschall für diesen Bericht.

Ein Besuch beim Bruno Gröning Freundeskreis

Eines kann man der Bruno-Gröning-Sekte sicher nicht vorwerfen: Dass sie untätig wäre. Jeden Monat gibt es in Deutschland und auch einigen anderen Ländern “Informations-Vorträge”, die mit genügend zeitlichem Vorlauf auf deren Webseite einsehbar sind.
Die Veranstaltungen laufen unter dem verheißungsvollen Titel “Geistiges Heilen – medizinisch nachweisbar” und werden oft auch durch Flyer etc. angekündigt. Auffällig ist, dass man sich dafür gern besonders seriöse Veranstaltungsorte und Adressen sucht. So werden von Privatpersonen Säle in Kliniken, an Unis, beim DRK, in Bürgerhäusern oder in gutbürgerlichen Lokalitäten gebucht. Informiert man die Vermieter, fallen diese meist aus allen Wolken, weil sie nicht ahnten, dass in ihren Räumen eine Heilssekte agieren möchte, die den guten Ruf des Ortes für ihre Zwecke nutzen will.

Stornieren informierte Vermieter die Buchung, ist man überaus flexibel. Ist eines der reisenden ärztlichen Aushängeschilder schon mal unterwegs, will man die Anwesenheit ausnutzen, um dem manchmal verzweifelten und meist medizinisch ungebildeten Publikum einen wissenschaftlichen Gehalt der reinen Glaubenslehre zu suggerieren.

In der Rhein-Main-Region, in der sich ja so einiges tummelt, ist man immer wieder aktiv, geht in Bürgerhäuser und versucht, bei verschiedenen Anbietern unterzukommen. In Frankfurt gibt es ein Bruno-Gröning-Freundeskreis-Zentrum, in dem neben Zusammenkünften auch immer wieder Filmvorführungen veranstaltet werden. Die im Nachfolgenden beschriebene Veranstaltung fand dieser Tage in Offenbach statt.

Der Vortrag war vom städtischen Klinikum in Offenbach, wo man sich zunächst einmieten wollte, in ein Hotel verlegt worden, nachdem das Klinikum auf Information hin den Vertrag annulliert hatte. An der Einfahrt zum Hotelparkplatz steht bereits eine Anhängerin, die Ankommende einweist. Am Eingang des Raumes erfolgt der Empfang durch weitere Anhänger, die wissen wollen, wie man denn zu ihnen gefunden habe. Meine Angabe “durch das Internet” wird sorgfältig vermerkt und man wünscht mir mit strahlendem Lächeln einen schönen Nachmittag.

Die Vorträge laufen nach einem bestimmten Schema ab. Nie fehlen darf das liebevoll erhöht arrangierte Bildnis des Bruno, den monströs angeschwollenen Hals gut ausgeleuchtet. Der riesige Kropf springt auf fast allen Bildern, die von Gröning existieren, stark ins Auge. Nein, gesund sieht er auf den alten Schwarz-Weiß-Aufnahmen nicht aus, der Herr Gröning, der mit 53 Jahren an Magenkrebs starb. Seine beiden leiblichen Kinder starben ebenfalls früh. Auch da kein Hinweis auf „Heilungen“. Dies scheint die Anhänger jedoch nicht abzuhalten, in ihm eine Art Messias zu sehen. Nach Beginn der Veranstaltung sieht man im Raum schon an der eingenommenen Haltung, wer bereits Anhänger und wer neu hinzugekommen ist. Die Anhänger nehmen spätestens beim ersten eingespielten besinnlichen Musikstück eine Stellung ein, die angeblich den „Heilstrom“ fließen lassen soll. Sie sitzen die Augen halb geschlossen, Beine nebeneinander und legen die Hände mit der Handfläche nach oben auf die Oberschenkel.

Gleich zu Beginn wird gefragt, ob jemand von der Presse dabei sei; man nickt in eine Richtung. Da man nun die Presse im Saal glaubt, wird zuerst versichert, dass keinesfalls von normalen Therapien abgeraten werde. Auf allen Plätzen liegen Informationsmaterialien: Ein Sonderdruck „Es gibt kein unheilbar“ aus dem Grete-Häusler-Verlag mit Artikeln aus „Matrix 3000“, „Fliege“ und dem „Reiki Magazin“ umhüllt die Faltblätter „Hilfe und Heilung auf dem geistigen Weg“, „Ein Weg aus der Sucht“, einen Veranstaltungshinweis und ein Adressenformular.

Die Frau, die die einleitenden Worte spricht und die auch immer wieder die Moderation übernimmt, ist eine Aktivistin der Szene und nach eigener Auskunft schon über 20 Jahre dabei. Sie bittet die Zuschauer, Fragen erst am Ende zu stellen, um die „gute Energie“ nicht zu stören. Dann berichtet sie mit leuchtenden Augen, wie Bruno ihr persönlich geholfen und wie viel Gutes sie durch ihn erfahren habe. Sie spricht von „Bruno“ ausschließlich im Präsens, schwadroniert über Schwingungen, bemüht “Energien” und noch so allerlei anderes Vokabular aus der Esoterikecke. Krankheiten gehörten nicht zum Menschen, gibt sie die “Weisheiten” von Bruno Gröning wieder, nur Gesundheit. Krankheiten entstünden durch schlechte Gedanken.

Sie redet sich in Fahrt und muss sich selbst unterbrechen, um den anwesenden Arzt vorzustellen. Dieser spart nicht mit Eigenlob, betont, wie viele Ärzte er angeleitet habe, wie viele Vorträge er „weltweit“ halte, sogar in Khartoum sei er gewesen. In Bad Nauheim sei er Chefarzt gewesen, sagt er. Er berichtet über eigene Erlebnisse von Heilungen durch Bruno an sich selbst. Auch er sieht nicht sehr gesund aus. Er stellt heraus, wie viel Berufserfahrung er als Arzt – er sei Anästhesist – habe, nur um dann zu relativieren: In 24 Jahren Tätigkeit als Arzt habe er nicht so viele „Heilungen“ gesehen wie in den 12 Jahren, in denen er Bruno-Gröning-Anhänger sei. Geistige Energie und Heilstrom seien physikalisch nachweisbar, das sei keine Einbildung und kein Voodoo. Die moderne Medizin, so doziert er weiter, sehe immer nur den Befund und den Nachbefund, aber was zwischendrin passiere, wisse sie nicht. Die Heilungen, die durch Bruno geschähen, würden hingegen intensiv wieder und wieder von ärztlicher Seite geprüft, und nein, sie seien nachweislich unerklärbar. Gott sei der einzige Heiler. Schließlich habe schon Bruno gesagt, es gebe keine unheilbaren Erkrankungen, sondern nur unheilbare Menschen. Spätestens hier wird klar: Bei allen Lippenbekenntnissen, man solle normale Therapien annehmen und auch an sie glauben, ist die Botschaft, dass in Wirklichkeit nur Gott heile. In einem ausgelegten Werbezettel für weitere Treffen wird man noch deutlicher: “Die Kraft, die seinerzeit durch Bruno Gröning wirkte, wirkt noch immer. Die Fakten sprechen für sich: Heilungen von Krebs, Angina pectoris, Rheuma und Osteoporose, aber auch von Drogenabhängigkeit und anderen Suchterkrankungen. Ärzte bestätigen die Erfolge.”

Die Moderatorin fragt das Publikum, wer mit Beschwerden gekommen sei. Einige melden sich.

So eingestimmt wird dazu aufgefordert, von den Heilungen zu berichten. Moderatorin, Arzt und „Geheilte“ kennen sich, man spricht sich mit Namen an. Verschiedene „Geheilte“ berichten von ihren Erkrankungen, die sie oft konventionell therapieren ließen. Es ist kein Fall dabei, der nicht durch den natürlichen Verlauf oder das Ansprechen der oft parallel oder vorher durchgeführten Behandlungen erklärbar wäre, wenn man die Wahrscheinlichkeiten kennt. Dies sieht jedoch dieser Arzt ganz anders: Er stellt heraus, Bruno habe geheilt und nicht die Operation, die Medikamente oder einfach der Körper selbst. Bei allen vorgeschobenen Bekenntnissen, man halte die Menschen nicht von wissenschaftlichen Therapien ab, ist doch der Schluss ganz klar für den Zuhörer: Vertraue Gott, er hilft Dir, ob du nun etwas anderes machst oder nicht. Wer wird sich denn da noch den Strapazen z.B. einer Chemotherapie aussetzen, wer die Kinder impfen lassen, wenn es Gott- und Brunovertrauen schon richten soll?

Zwischendurch wird immer wieder besinnliche Musik gespielt und Filmbeiträge vom Wirken Grönings vorgeführt. Ein Paar mittleren Alters geht vor dem ersten Film.

Von den wenigen anwesenden jüngeren Menschen berichten mehrere. Ein junger tätowierter Mann bekundet, er sei durch die Lehre Bruno Grönings von der Drogensucht los gekommen. Nun sei er Familienvater mit drei Kindern. Eine junge Frau, die als die Jugendorganisation vertretend vorgestellt wird,  tritt vor und berichtet recht emotional von der Hilfe, die sie von Bruno erfahren habe. Sie sei immer schlecht in Mathematik gewesen, habe sich sehr bemüht, aber das ganze Lernen habe nichts geholfen. Sie sei seit ihrem 12. Lebensjahr bei der Gruppierung. Dann habe sie sich auf Mathe „eingestellt“, habe Bruno um Hilfe gebeten und seither sei sie sehr gut in Mathe. Es wird kommentiert, die Heilungen seien ja nur 5% der Hilfen, die Bruno biete. Besonders bei alltäglichen Dingen solle man auf seine Hilfe vertrauen.

Der Arzt stellt heraus, wie erfolgreich man doch in der Drogensucht-Bekämpfung sei: Drogen-, Alkohol-, Nikotinsucht seien durch Fürbitte bei Bruno zu beheben. Er behauptet, Alkoholkranke, die durch Bruno geheilt worden seien, könnten ganz normal wieder “ein Gläschen” trinken, ohne rückfällig zu werden.

Die Moderatorin fragt in die Runde, wer eine Verbesserung spüre. Als sich keiner meldet, hakt sie nach, ob denn irgendwer etwas spüre, das jetzt anders sei. Als sich wieder keiner melden will, fragt sie einzelne Personen. Die meisten spüren keine Veränderung, einmal wird von einem warmen Gefühl berichtet. Das sei doch schon was, findet die Moderatorin.

Anschließend fordert die Moderatorin nachdrücklich zu Spenden auf. Man sei hier zwar ehrenamtlich tätig, aber Raummiete, Flyer, Fahrten usw. seien sehr kostspielig.

Auf die versprochene Fragerunde wartet man derweil vergeblich. Auf meine Nachfrage hin will mich der anwesende Arzt in ein Vier-Augen-Gespräch verwickeln. Da ich diese Vorgehensweise schon kenne, lasse ich mich nicht darauf ein, sondern beharre auf der öffentlichen Diskussion. Ich frage laut in die Gruppe, wie man sich denn erkläre, dass der Herr Gröning selbst recht krank war und früh starb, auch seine Kinder nicht retten konnte. Das strahlende Lächeln vieler Anhänger verschwindet und macht einem bösen Gesichtsausdruck Platz. Aus der Gruppe heraus wird mir vorgeworfen, warum ich denn so lange gewartet hätte mit den Fragen. Die Moderatorin versucht geübt, die Situation zu retten, tritt zusammen mit dem Arzt und einigen Anhängern zu mir. Sie versucht wieder, das Gespräch in eine kleinere Runde zu bringen. Anscheinend sollen die Anhänger nicht irritiert werden. Sie erzählt, sie habe bei einer 80-jährigen über 20 Heilungen erlebt. Da die Gruppe aufbricht, rufe ich in die Menge, dass die „Heilungen“ mitnichten fachüblich veröffentlicht und wissenschaftlich nachgewiesen seien und man sich keinesfalls auf diesen Weg verlassen solle. Man solle zum Arzt gehen, wenn man Beschwerden habe. Geistige Heilung helfe nicht nachweislich. Man solle sich seriös und neutral informieren, z.B. bei EsoWatch.

Die Stimmung kippt nun deutlich, etliche Menschen verlassen den Raum. Einige Anhänger scharen sich um mich und berichten ihre Geschichte, fordern eine Erklärung für ihren Verlauf. Der Verweis, man müsse dazu die Unterlagen sehen, stellt sie nicht zufrieden. Eine Dame berichtet, sie habe Brustkrebs gehabt, die Lymphknoten seien bereits befallen gewesen. Das habe man unter der Operation festgestellt, bei der neben dem Krebs auch die Lymphknoten entfernt worden seien. Eine empfohlene Chemotherapie habe sie nicht wahrgenommen und auf Bruno Gröning vertraut. Nun sei sie geheilt und verdanke dies Bruno Gröning. Mein Verweis, ihr derzeitiger Zustand sei doch wohl eher auf die Operation zurückzuführen, bringt sie nicht eine Sekunde zum Nachdenken. Nein, sie verdanke ihre Heilung Bruno, beharrt sie. Ich weise sie darauf hin, dass sie sich untersuchen lassen soll. Der Arzt tritt wieder hinzu und behauptet, es sei alles veröffentlicht, und was ich denn unter „fachüblich“ verstehe? “Nicht in Postillen, sondern in ordentlichen Journalen”, entgegne ich. Er solle doch wissen, was man unter „fachüblich“ verstehe und ich wisse, dass er es auch wisse. Er merkt, dass er nicht weiterkommt, und überreicht mir ein Visitenkärtchen, ich solle anrufen und man könne dann weiterreden.

Das Kärtchen ist eines der „Medical Scientific Group of the Bruno Groening Circle of Friends“ mit seinem Namen. Da er an diesem Tag aus Freiburg anreiste, um den ursprünglich angekündigten Vortragenden (der aus privaten Gründen absagte) zu ersetzen, ist deutlich, dass die Eigenbeschreibung der Gruppe stark übertrieben ist. Man behauptet, 6.000 Mediziner seien in der Gruppierung. Wohl eher 6. Das war nicht die einzige Übertreibung an diesem Nachmittag. Der Arzt sagte einmal während der Veranstaltung, es gebe 75 Heilungen. Die Anhänger berichtigten ihn im Chor: 75.000. „Ja, natürlich, 75.000…“ Was Freud so alles zu Tage bringt.

Im Foyer fängt mich ein Anhänger ab. Aus seiner Ansprache wird deutlich, dass er mich als die Person identifiziert hat, die das Klinikum informiert hatte. Er ist wohl derjenige, der die Räumlichkeit organisiert hat, hatte dadurch meinen Namen erfahren und sich dann über mich informiert. Da mich sein Manipulationsversuch offensichtlich kalt lässt, bedenkt er mich mit bösen Blicken und wir verabschieden uns.

Vor dem Hotel treffe ich auf eine kleine, ältere Frau, die mir unbedingt noch etwas mitgeben will. Das sich ergebende längere Gespräch, das mehr ein Monolog war, zeigt auf, wie gedacht wird. Die Dame repräsentiert gut den Bildungsstand der Anhänger. Es sind eher Menschen mit geringerem Ausbildungsstand, die in diese Sektenfalle laufen. Sie berichtet, sie habe nach einer Geburt ein Kindbettfieber gehabt. Viele Jahre habe sie unter der damals erforderlichen befristeten Antibiotika-Gabe gelitten, habe sehr viel Geld bei Heilpraktikern gelassen. Der eine Sohn sei Naturwissenschaftler, der widerspreche ihr auch immer, wenn sie versuche, die Impfungen des Enkelkindes zu verhindern. Die Akademiker seien ja so angefüllt mit Wissen, aber würden nichts mehr fühlen. Sie macht einen verbitterten Eindruck. Die Dame ist gegen Impfungen, gegen die Ärzte, gegen die „Pharma“, gegen „Chemie“, sie spart nicht mit sehr bösen und ziemlich undamenhaften Bezeichnungen für die Ärzte, die ihr seinerzeit möglicherweise das Leben retteten und ihre Kinder impften. Sie vertraue keinem Arzt mehr. Wenn man ihr zuhört, bekommt man den Eindruck, Ärzte seien mindestens des Teufels. Gegenreden lässt sie nicht zu. Sie ist in einer Parallelwelt gefangen und hat den Zugang wohl schon vor langer Zeit zugemauert.

Über dieser Parallelwelt thront nun Bruno Gröning.

08:24

Aufarbeitung tut not! Kosmetische "Genitalkorrekturen" im Uni-Kinderspital Zürich und an "ESPU 2012": Info + Proteste 9.-12.5.

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!»Aktion von Zwischengeschlecht.org, 6.2.2011 (Bild: NZZ Format)

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PRESSEMITTEILUNG von Zwischengeschlecht.org vom 03.05.2012:

Kosmetische "Korrektur-Operationen" an Kindern und Jugendlichen mit "atypischen" Genitalien werden in westlichen Kinderkliniken seit 1950 systematisch durchgeführt. Die Universität Zürich und das Universitäts-Kinderspital Zürich waren vom ersten Jahr an als weltweit zweitwichtigstes Zentrum an der Durchsetzung dieser verhängnisvollen Praxis massgeblich beteiligt. Nach aktuellen Studien werden heute noch 90% aller Betroffenen im Kindesalter "genitalkorrigiert" – auch ein vom Kispi nächste Woche ausgerichteter Kongress propagiert unverdrossen kosmetische "Klitorisreduktionen an Kindern zwischen 6 und 12 Monaten". Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert eine kritische Aufarbeitung.

INHALT:
1.  Chirurgische "Genitalkorrekturen" an Kindern: Ethisch und menschenrechtlich unhaltbar
2.  "Amputation der vergrößerten Clitoris": Historische Verstrickungen von Uni und Kispi ZH
3.  Zürich: Internationaler Kongress "ESPU 2012" propagiert "Genitalkorrekturen" und feiert "Schweizer Errungenschaften" - Ethik und Menschenrechte bleiben ausgeklammert
4.  Marburg: Uni beschliesst Aufarbeitung
5.  Infoveranstaltung + Offene Briefe + friedliche Proteste, Zürich 9.-12.5.


1.  Chirurgische "Genitalkorrekturen" an Kindern: Ethisch und menschenrechtlich unhaltbar

Seit 20 Jahren kritisieren Betroffene diese Eingriffe als menschenrechtswidrigen Verstoss gegen ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit und als "westliche Genitalverstümmelung" – Vorwürfe, die seit einigen Jahren u.a. von Terre des Femmes, Amnesty Schweiz und dem UN-Komitee gegen Folter (CAT) bekräftigt werden.

Aktuell befasst sich die Nationale Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin (NEK-CNE) im Auftrag des Bundesrates mit dem Thema. Ab Herbst 2012 wird der UN-Menschenrechtsrat im Rahmen des Zweiten UPR-Verfahren zur Schweiz erstmals über kosmetische Genitaloperationen an Kindern beraten.
 

2.  "Amputation der vergrößerten Clitoris": Historische Verstrickungen von Universität und Kinderspital Zürich

An der Universität Zürich und dem Kinderspital Zürich als Universitäts-Kinderklinik tut eine umfassende öffentliche Aufklärung über ihre Verstrickung in die Praxis der systematischen kosmetischen Genitaloperationen an Kindern dringendst not:

• Neben dem Johns Hopkins University Hospital in Baltimore (USA) war Zürich das weltweit zweitwichtigste Zentrum zur globalen Durchsetzung medizinisch nicht notwendiger "Genitalkorrekturen" an Kleinkindern.

• Prof. Dr. Andrea Prader (1919-2001), Kispi-Direktor, Inhaber des Lehrstuhls für Pädiatrie an der Uni Zürich, Präsident Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie, Präsident European Society of Pediatric Endocrinology und "Vater der schweizerischen pädiatrischen Endokrinologie", war zeitlebens eine weltweit gefragte Koryphäe zum Thema "Intersex". Erfinder und Namensgeber der weltweit etablierten "Praderstufen", die heute noch u.a. verwendet werden, um bei Kleinkindern eine Klitoris als "zu gross" und damit "korrekturwürdig" einzustufen.

• Prof. Dr. Max Grob (1901-1976), Chefarzt der Chirurgischen Klinik des Kispi, erster Schweizer Lehrstuhlinhaber für Kinderchirurgie und "Begründer der Schweizer Kinderchirurgie", studierte schon 1936 "Genitakorrekturen" bei Ombrédanne in Paris. Grobs weltweit rezipiertes und in sechs Sprachen übersetztes "Lehrbuch der Kinderchirurgie" (1957) behandelt das gesamte Spektrum an chirurgischen "Genitalkorrekturen" – inkl. der bis in die 1980er-Jahre üblichen "Amputation", "Exstirpation" bzw. "Entfernung der vergrößerten Clitoris", welche "sicher gerechtfertigt" sei (S. 587), und unter Bezugnahme auf die erwähnten "Praderstufen" (Abb. 673, S. 583).

Allerdings sind diese Schattenseiten der Pionierrolle von Universität und Kinderspital Zürich bis heute unaufgearbeitet …


3.  Zürich: Internationaler Kongress "ESPU 2012" propagiert "Genitalkorrekturen" und feiert "Schweizer Errungenschaften" - Ethik und Menschenrechte bleiben ausgeklammert

Nächste Woche findet im Zürcher Kongresshaus auf Einladung des Kinderspitals Zürich vom Mittwoch 9. bis Samstag 12. Mai die 23. Europäische Kinderurologentagung "ESPU 2012" statt. Dabei referieren nicht nur Schweizer und internationale Experten über praktisch alle von Betroffenen kritisierten chirurgischen "Genitalkorrekturen" – von "Harnröhrenverlegungen" bei "Hypospadie" über "Klitorisverkleinerungen" bei "Störungen der Geschlechtsentwicklung DSD" bis zu "Hodenverlagerungen" bei "Kryptorchismus". Sondern fordern solche unbeirrbar ausdrücklich – für Kleinkinder!

Symptomatisch für die – von Betroffenen seit Jahren wieder und wieder beklagte – fehlende Einsichtsfähigkeit der Behandler:

Als angeblich fortschrittliche "Änderung der umstrittenen Leitlinien" reklamiert etwa ein Beitrag, dass z.B. medizinisch nicht notwendige "Klitorisreduktionen" statt wie früher "im 6. Lebensmonat" heuer schliesslich "erst zwischen 6 und 12 Monaten empfohlen werden" (S19-1, Eröffnungspräsentation zum "DSD"-Themenblock am Samstag).

In einer speziellen "History Session" am Eröffnungstag werden zudem von einem Kispi-Referenten "Zürcher Beiträge zur Kinderchirurgie" hervorgehoben. (Selbst-)kritische Untertöne oder gar angemessene ethische und menschenrechtliche Erwägungen sind dabei leider kaum zu erwarten ...


4.  Marburg, April 2012: Uni beschliesst Aufarbeitung

Dass es auch anders ginge, beweist ein aktuelles Beispiel aus dem nördlichen Nachbarland: Im Anschluss an eine Stellungnahme des Deutschen Ethikrates vom 23. Februar 2012, die das Leid der Betroffenen ausdrücklich anerkannte und u.a. Entschädigungen und Aussetzung der Verjährung empfahl, beschloss am 25. April 2012 die Philipps-Universität Marburg als erste akademische Institution, medizinisch nicht notwendige Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen in ihrem Geltungsbereich öffentlich aufzuarbeiten. Der Senat der benachbarten Justus-Liebig-Universität Giessen berät am 6. Juni über einen ähnlichen Antrag. An weiteren deutschen Universitäten ist entsprechendes in Diskussion.


5.  Infoveranstaltung + Offene Briefe + friedliche Proteste, Zürich 9.-12.5.

Eine kritische öffentliche Aufarbeitung kosmetischer "Genitalkorrekturen" an Kindern tut erst recht in Zürich dringendst not!

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org wird deshalb am Abend der Eröffnung der "ESPU 2012" über die Geschichte und heutige Praxis kosmetischer "Genitalkorrekturen" an wehrlosen Kleinkindern informieren – unter besonderer Berücksichtigung der "Pionierrolle" von Universität und Kinderspital Zürich und der aktuellen Vorträge im Kongresshaus:

    INFORMATIONSVERANSTALTUNG
    Mittwoch, 9. Mai 2012, 19:00 Uhr
    Zentrum Karl der Grosse, Kirchgasse 14, 8001 Zürich
    Weisses Zimmer, 3. Stock

Und tags darauf mit einer friedlichen Mahnwache und Überreichung eines Offenen Briefes Uni und Kispi ZH zur Aufarbeitung der fragwürdigen Praxis kosmetischer "Genitalkorrekturen" an Minderjährigen auffordern:

    FRIEDLICHE MAHNWACHE + OFFENER BRIEF UNIVERSITÄT ZÜRICH
    Donnerstag, 10. Mai 2012, 11:00-14:00 Uhr

    Universität Zürich, Rämistrasse 71, 8006 Zürich, vor Haupteingang
    (Bewilligung eingereicht)

Sowie während des gesamten Kongresses jedes Mal, wenn drinnen "Genitakorrekturen" gefordert werden, draussen vor dem Kongresshaus friedlich dagegen protestieren. Und die KongressteilnehmerInnen in einem Offenen Brief ermahnen, die langjährigen Proteste erwachsener Betroffener von kosmetischen Genitaloperationen sowie die Bedenken von EthikerInnen und Menschenrechtsorganisationen endlich ernst zu nehmen:

    4 FRIEDLICHE MAHNWACHEN + OFFENER BRIEF "ESPU 2012"
    • Mittwoch, 09.05.2012, 13:00-18:30 Uhr

    Kongresshaus, Claridenstrasse 5, 8002 Zürich, vor Haupteingang
    • Donnerstag, 10.05.2012, 14:30-17:00 Uhr
    Kongresshaus, Claridenstrasse 5, 8002 Zürich, vor Haupteingang
    • Freitag, 11.05.2012, 08:00-14:00 Uhr
    Kongresshaus, Claridenstrasse 5, 8002 Zürich, vor Haupteingang
    • Samstag, 12.05.2012, 07:30-15:30
    07:30-10:00 Uhr Kongresshaus, Claridenstrasse 5, 8002 Zürich, vor Haupteingang
    10:00-14:00 Uhr General-Guisan-Quai, Seeseite, Höhe Claridenstrasse, 8002 Zürich
    14:00-15:30 Uhr Kongresshaus, Claridenstrasse 5, 8002 Zürich, vor Haupteingang
    (Bewilligung eingereicht)


Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Freundliche Grüße

n e l l a
Daniela Truffer
Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0) 76 398 06 50
presse_at_zwischengeschlecht.info

http://zwischengeschlecht.org
Regelmäßige Updates: http://zwischengeschlecht.info

>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter
>>>
"Genitalkorrekturen": 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Tags: Forderungen

May 02 2012

22:59

Stone Butch Blues dedicated to CeCe McDonald!

From the Free CeCe blog:
May 2, 2012:  Chrishaun “CeCe” McDonald Accepts Plea Agreement to Reduced Manslaughter Charge
“Minneapolis, MN — Earlier today, Ms. Chrishaun “CeCe” McDonald accepted a plea agreement to a reduced charge of manslaughter in the second degree in the criminal case resulting from the racist, transphobic assault she survived last June that left one of her attackers dead. The prosecution had originally charged her with felony murder in the second degree. However, after entering into plea negotiations this morning, the defense and the prosecution settled on the reduced charge. McDonald will be sentenced on June 4th at 1:30pm under Hennepin County Judge Daniel Moreno to 41 months in prison. The executed sentence will be reduced by one third, for “good time” and credit for the time McDonald has served pending this resolution.The plea agreement comes nearly a year after McDonald was arrested, interrogated, denied adequate medical care for a laceration she suffered during the attack and held in solitary confinement for a month for being a transgender person. During the pre-trial proceedings, supporters raised world-wide support for the charges against McDonald to be dropped.” 

Author Leslie Feinberg posted on Facebook today:

“I have taken back my author rights
to Stone Butch Blues.

I am working on plans for a
20th-anniversary author edition
of Stone Butch Blues
for Spring 2013

A digital multi-media edition will be
available free online.

A not-for-profit, at-cost print edition
will be available for order online,
as well.

During our visit in jail,
I asked CeCe McDonald
if I could dedicate
Stone Butch Blues to her.

I’m thrilled to announce:
She said “Yes!”

When I saw this attached photo
for the first time, it was clear to me,
that this is the dedication photograph!!

More information on
novel publication as it develops.

Soon, I’ll also post information
regarding translations.

FREE
CECE!

 

Tags: revolt
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