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16:53

„Homöopathie wirkt nicht über den Placebo-Effekt hinaus“ jetzt auch als T-Shirt

Auch das Laborjournal berichtet über die geplante bayerische Homöopathie-Studie:

Neben skurrilen Zitaten der verantwortlichen Politiker …

Von den Wissenschaftlern höre ich, es sei doch bewiesen, dass homöopathische Präparate nicht funktionieren. Von den Homöopathen höre ich, es sei doch bewiesen, dass sie funktionieren. Das belegt den Forschungsbedarf.

[Äh nein – das belegt allenfalls den Informationsbedarf des Hauptantragsteller Bernhard Seidenath von der CSU]

… finden sich in dem Beitrag auch interessante Zahlen:

Die Datenbank des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte verzeichnet derzeit 26.553 Homöopathika, von denen Apotheken im letzten Jahr 57 Millionen Packungen verkauften. An deren Kosten beteiligen die Krankenkassen ihre Gesamtkundschaft laut kassenärztlicher Bundesvereinigung mit jährlich 70 Millionen Euro, da sie homöopathische Behandlungen aus Marketinggründen als zusätzliche Satzungsleistungen erstatten dürfen.

Jeder homöopathisch behandelte Mensch verursacht dem gesetzlichen Krankenversicherungssystem so durchschnittlich 900 Euro Mehrkosten pro Jahr.

Auf diese Weise gaukeln die gesetzlich verankerten Sonderregelungen für Homöopathika in puncto Wirksamkeit eine Gleichstellung mit evidenzbasierter Wissenschaft vor – und verwirren damit offensichtlich nicht nur Patienten. So klar alle Daten für eine Wirkungslosigkeit von Homöopathika sprechen, so unklar ist ihre politische und gesellschaftliche Bewertung.

Deutliche Worte findet dagegen der Osnabrücker Onkologe Prof. Jens Atzpodie vom Franziskus-Hospital Harderberg für das Machwerk „The Answer to Cancer“:

Er hat sich den in der Lagerhalle öffentlich aufgeführten Dokumentationsfilm angeschaut – und ist entsetzt […] „Man könnte alle paar Minuten den Film anhalten, um vehement zu widersprechen […] Ich bin ein Freund der Meinungsfreiheit. Für einen Austausch mit Argumenten stehe ich immer gerne zur Verfügung, aber nicht mit Aberglauben“, sagt der 59-jährige Mediziner. Homöopathische Mittel in der Krebstherapie können für ihn höchstens als Placebo gelten.

Ein Dank an die Neue Osnabrücker Zeitung für die kritische Herangehensweise an diesen lebensgefährlichen Unsinn.

Der Artikel ist zwar hinter einer Paywall, aber auch als Podcast und bei Pressreader verfügbar.

Und dann gibt es noch möglicherweise bald dieses neue T-Shirt im Shop vom Goldenen Aluhut:

Warnung: Kann das spontane Auftreten von Unterlassungserklärungen begünstigen.

Zum Weiterlesen:

  • Wirkt Homöopathie doch? Laborjournal am 2. Dezember 2019
  • Video: Dr. Lübbers erklärt im BR die Studienlage zur Homöopathie, GWUP-Blog am 1. Dezember 2019
  • Jetzt ist es raus: Gut informierte Gesundheitspolitiker gaben die Homöopathie-Studie in Auftrag, GWUP-Blog am 16. November 2019
  • Gibt ein Film „The Answer to Cancer“? Ein Review zur Aufführung in München, GWUP-Blog am 23. August 2018
  • „The Answer to Cancer“: Filmkritik von Norbert Aust, Skeptiker 4/2018
  • Esoterik-Adventkalender, Tür 3: Globuli bei unerfülltem Kinderwunsch, derStandard am 3. Dezember 2019
  • „Binnenkonsens“: Wenn’s um Homöopathie geht, schlägt die Stunde der Märchenerzähler, GWUP-Blog am 29. November 2019
  • Ärztekammer Niedersachsen: Homöopathie aus Weiterbildungsordnung gestrichen, ärztezeitung am 2. Dezember 2019
Reposted byfinkregh finkregh

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