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February 07 2014

12:05

Neue MIZ mit Geistern und Verschwörungstheorien

Die neue Ausgabe der MIZ (Materialien und Informationen zur Zeit) aus dem Alibri-Verlag hat einen genuin skeptischen Schwerpunkt: Verschwörungstheorien.

Im Editorial schreibt der Politikwissenschaftler Christoph Lammers über “Dichtung und Wahrheit”:

Jede Krise verlangt nach einer Erklärung, die transparent und nachvollziehbar und auf die Krisenbewältigung hin ausgerichtet ist. Die Geschichte zeigt, dass in Krisenzeiten weniger die gesellschaftlichen Veränderungen im Vordergrund stehen, sondern vielmehr der Erhalt von Macht und Einfluss.

Dies kann dadurch gewährleistet werden, indem Schuldzuweisungen und Verschwörungstheorien formuliert werden. Somit sollte klar sein, dass Krisenzeiten immer eine der Grundvoraussetzungen für den Zuspruch für Verschwörungsideologien bilden.”

Ich selbst darf den Aufsatz “Und was haben die Illuminaten damit zu tun? Alles!” beisteuern:

Verschwörungstheorien sind ein Ego-Booster. Verschwörungsgläubige halten sich für eine Wissens-Elite, die hinter die Kulissen schaut und besser informiert ist als andere.

Eine wichtige Rolle bei diesem Versuch der Selbstaufwertung spielt auch das Gefühl, aus der Opferrolle ausbrechen zu können. In der Vorstellungswelt von Verschwörungstheoretikern gibt es keine Zufälle und die Dinge geschehen nicht einfach, sondern müssen von jemandem verursacht worden sein. Man kann also „sie“ – Illuminaten, Aliens, Reptilienmenschen, Satanisten etc. – für alles verantwortlich machen, woran man leidet: von Arbeitslosigkeit und Krankheit bis hin zu den Benzinpreisen.

Das verspricht seelische Entlastung. Oder wenigstens die Illusion davon.”

Ein Interview mit dem Arzt und Skeptiker-Autor Dr. Thomas Grüter rundet das MIZ-Titelthema ab.

Darüber hinaus gibt’s noch einen Artikel von Sebastian Bartoschek und Alexa Waschkau zu ihrem “Ghosthunting”-Buch:

Der hat keinen Geist, der den Geist sucht!“ Diesen Ausspruch von Friedrich Nietzsche schießen sie in den Wind: die Ghosthunter. Diese modernen Geisterjäger versuchen, vermeintlichem Spuk auf den Grund zu gehen, mit viel Engagement, aber wenig Vermögen. Was aber passiert auf der Geisterpirsch – und wer macht sowas?”

Die gedruckte MIZ 4/2013 kann hier bestellt werden.

Zum Weiterlesen:

 

 

 

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December 30 2013

20:06

Esoterik und Emotionen: Parawissenschaften 2013

Das österreichische News-Portal derStandard.at blickt heute auf den Themenschwerpunkt “Parawissenschaften” zurück, und zwar mit dem Interview

Sackgassen haben etwas Kuscheliges.”

Gesprächspartner der Redaktion sind die Psychologin Ulrike Schiesser (Bundesstelle für Sektenfragen) und der Medizinstudent Martin Moder, der in den Foren von derStandard als User aktiv ist, insbesondere zu parawissenschaftlichen Themen.

Ein Auszug:

derStandard: Welches menschliche Grundbedürfnis steckt hinter dem Glauben an Übersinnliches?

Schiesser: Menschen suchen häufig nach Sicherheit und Sinn in einer Welt, die aus vielen unüberschaubaren und zufälligen Ereignissen zu bestehen scheint. Wir versuchen alles in ein logisches System zu bringen, in dem wir uns besser zurechtfinden können. Wir suchen ständig nach Mustern im Chaos und bauen aus diesen Mustern ein sinnstiftendes Gebäude. Für manche ist die Existenz einer wohlwollenden Kraft, die Geborgenheit vermittelt, wichtig. Manche suchen nach Erklärungsmodellen die die Welt überschaubarer machen und die Illusion von Kontrolle vermitteln: “Weil die Sternzeichen nicht zusammenpassen, ist die Beziehung gescheitert.”

Moder: Menschen können ja allein aufgrund ihrer limitierten kognitiven Fähigkeit die Welt gar nicht in ihrer vollständigen Komplexität begreifen, es ist daher absolut unumgänglich, dass wir Vereinfachungen treffen. Aber sind es Vereinfachungen, aus denen sich sinnvolle Handlungsweisen ableiten, oder welche, die in einer logischen Sackgasse enden – wie es bei den Parawissenschaften oft der Fall ist?

Schiesser: Sackgassen haben auch etwas Kuscheliges. Wenn man die Komplexität mitdenken möchte, ist das anstrengend. Vereinfachungen stärken das Gefühl von Sicherheit und geben Orientierung. Es ist angenehm, Entscheidungshilfen für das Leben zu haben, klare Handlungsanweisungen: ,Ihr Baby hat Schmerzen, weil es seine Zähne bekommt? Hängen Sie ihm eine Bernsteinkette um, und es wird besser.’ Wir haben gerne einfache Lösungen für alle Probleme.”

Vor drei Tagen gab’s die Zusammenfassung

Parawissenschaften: Wenn die Emotionen überkochen.”

Ziemlich spaßig sind “Die besten Leser-Postings”:

Poesie, durchgestrichene Zebras und Donald Duck.”

Zum Beispiel:

Super, ich liebe die Para-Artikel. Das ist ein bisserl so wie Donald Duck lesen.”

Alle Artikel des Themenschwerpunkts 2013 (die in der Regel mit Unterstützung der österreichischen Skeptiker zustande kamen) finden sich hier.

Zum Weiterlesen:

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December 13 2013

13:21

Nostradamus bei WDR 5

Am 14. Dezember 1503 wurde Nostradamus geboren.

WDR 5 widmet dem 510. Geburtstag des französischen “Sehers” ein ZeitZeichen, das morgen von 09.05 – 09.20 Uhr gesendet wird:

Eine Mixtur gegen die Pest gefällig? Ein Mittelchen für die Schönheit? Oder vielleicht ein Blick in die Sterne und damit in die Zukunft?

Michel de Nostredame, auch Nostradamus genannt, war ein vielseitiger Mensch und hat sich Zeit seines Lebens bemüht, bei derlei Wünschen weiter zu helfen.

Berühmt schon unter seinen Zeitgenossen waren seine Prophezeiungen, die – wie er selbst behauptet – “von heute bis ins Jahr 3797″ reichen. Seitdem bemühen sich Nostradamus-Interpreten, mit Hilfe dieser Schriften in die Zukunft zu schauen.

Es wird behauptet, Nostradamus habe die Französische Revolution vorhergesehen, beide Weltkriege und selbstverständlich auch den Anschlag auf das World Trade Center.”

Dabei darf ich den kritischen Part übernehmen.

Den Podcast zum Nachhören gibt es anschließend hier.

Zum Weiterlesen:

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12:59

Paranormal – Die unerklärliche Mystery-Show mit Ingolf Lück

Gerne erinnern wir uns an den Auftritt von Ingolf Lück in der legendären “Tatort”-Folge “Tod im All” (1997), welche das damalige Trend-Thema “Entführt von Außerirdischen” streifte.

Mittlerweile moderiert der Schauspieler und Comedian jeden Samstag von 10 bis 14 Uhr “Die Ingolf Lück Show” bei Antenne 1.

Morgen (14. Dezember) steht die Sendung unter dem Motto

Paranormal – Die unerklärliche Mystery-Show”

In der Ankündigung heißt es:

Wenn auf ihrem Anrufbeantworter Außerirdische zu hören sind, im Keller Geister spuken und im Vorgarten ein Ufo landet, dann sind Sie in dieser Show genau richtig!

Ingolf Lück spricht über unerklärlich Dinge, u.a. mit Walter von Lucadou von der Parapsychologischen Beratungsstelle und  TV- Magier Farid.

Ebenfalls zu Gast sind aber auch die Veranstalter von Spuknächten im Geisterschloss und ein schamanischer Heiler. Und: Bernd Harder vom Zentrum für Wissenschaft und kritisches Denken ist der Skeptiker in der Sendung.”

Als Podcast gibt’s das Ganze anschließend hier.

Zum Weiterlesen:

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December 12 2013

20:26

Peaches Geldorf und die Geisterhand aus dem Jenseits

Ein weiteres Kapitel der unendlichen Geschichte “Promis und das Paranormale” schlägt Peaches Geldorf auf.

Die englische Tagespresse berichtet heute von einem Selfie (also einem Selbstporträt, üblicherweise mit einer Digitalkamera oder einem Smartphone von eigener Hand aufgenommen) des It-Girls mit ihrem kleinen Sohn, auf dem sich eine geisterhafte Hand zu manifestieren scheint.

Die Tochter des Musikers Bob Geldorf sieht darin die Erscheinung einer Selbstmörderin, die sich in den 1920er-Jahren in der Badewanne von Peaches Anwesen in Kent ertränkt haben soll.

Das Foto ist auf Peaches Instagram-Seite veröffentlicht worden, und zwar hier und hier.

Allerdings sieht das angebliche Selfie eher wie ein kleiner Ausschnitt aus einem größeren Foto aus. Wäre interessant, mal das vollständige Bild zu sehen.

Derweil gehen schon die ersten Artikel in deutschsprachigen Promi-Blogs um, dass es in Peaches Geldorfs Haus spukt …

Zum Weiterlesen:

  • Peaches Geldof – in ihrem Haus spukt es! Viply am 12. Dezember 2013
  • Peaches Geldof claims hand in selfie belongs to ghost of grief-stricken mum, Mirror am 12. Dezember 2013
  • That’s one spooky selfie! Peaches Geldof shares photo of herself, her son Astala… and the hand of a ghostly spirit, Daily Mail am 12. Dezember 2013
  • Peaches Geldof claims hand in selfie belongs to the ghost of suicide girl, Independent Woman am 12. Dezember 2013
  • Medizin: Wenn C-Promis die “Experten” spielen, GWUP-Blog am 1. November 2013
  • Die unheilige Jungfrau beim Opus Dei? GWUP-Blog am 20. April 2011
  • Die Geister-Therapeutin, GWUP-Blog am 15. Oktober 2009
  • Lady Gaga – haunted? GWUP-Blog am 3. November 2010
  • Die Wünschel-Wichte, GWUP-Blog am 6. November 2010
  • Stars und Scientology, GWUP-Blog am 27. Januar 2013
  • Obskuranten als Quotenrenner, Hugo Stamm Blog am 27. Januar 2012
  • “Buffy” kämpft jetzt für die Keuchhusten-Impfung, GWUP-Blog am 16. Juni 2013
  • Lady Gaga und die Illuminaten, GWUP-Blog am 13. Oktober 2013
  • Kim Kardashian, Illuminaten und die Geister von 9/11, GWUP-Blog am 8. Dezember 2013

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14:27

Herr Voggenhuber, zum Test!

Neuigkeiten in der Causa Voggenhuber:

Der Totenflüsterer hat den Schweizer Skeptikern einen Brief geschrieben.

Darin outet er sich als Freund von “kritischem Denken” – allerdings mit der Einschränkung:

Das Gegenüber sollte [...] über genügend Fachwissen und Know-How verfügen. Mit Experten tausche ich mich gerne auch kritisch aus, aber eben mit Experten. Dies habe ich schon am Quantenphysik-Kongress gemacht.”

Oh weia.

Herr Voggenhuber möchte also mit “Experten” parlieren, die “Fachwissen”  in puncto Jenseitskontakte haben und dazu etwas von Quanten verstehen.

Wir dürfen wohl davon ausgehen, dass das selbst ernannte “Medium” damit tatsächliche Experten wie zum Beispiel den Quantenphysiker Anton Zeilinger definitiv ausschließt.

Stattdessen bevorzugt Voggenhuber mutmaßlich eher den Austausch mit Leuten wie Lothar Hollerbach, über den wir kürzlich hier berichtet haben.

Hollerbach etwa glaubt, dass seine verstorbene Frau “auf der geistigen Ebene” wirkt und Naturgesetze bloß eine Illlusion sind.

Das indes weist ihn nicht wirklich als “Quanten-Experten” aus, sondern als Crackpot.

Was echte Physik-Spezialisten von solchem Quantenquark halten, hat gerade Dr. Florian Freistetter bei Astrodicticum simplex mit dem Artikel

,Quantenphysiker beweist Leben nach dem Tod’ und anderer Unsinn”

sowie diesem Vortragsvideo illustriert:


Direktlink zum Video auf Youtube

Und auch die Schweizer Skeptiker selbst sind beim Thema “Quanten” durchaus nicht uninformiert.

Und deshalb nehmen sie Pascal Voggenhuber beim Wort und laden ihn ein, seine behaupteten Fähigkeiten unter Beweis zu stellen:

Die Kaskade seiner Hypothesen umfasst u.a.:

  • Es gibt einen Dualismus von Körper und Seele.
  • Die Seele existiert nach dem physischen Tod weiter – es gibt ein Leben nach dem Tod.
  • Nach dem Tod bleibt unser Bewusstsein unserer Selbst erhalten.
  • Es ist Lebenden möglich, mit Verstorbenen in Kontakt zu treten.
  • Pascal Voggenhuber kann mit Verstorbenen in Kontakt treten.

Pascal Voggenhuber wird nicht weniger interessiert daran sein als wir, zu klären, ob seine Behauptungen der Wahrheit entsprechen.

Wer, wenn nicht er selber, kann nachvollziehen, welch eine grosse Verantwortung auf seinen Schultern liegt, wenn er ein neues Paradigma unserer Realität zeichnet, und wem, wenn nicht ihm selber, sollte mehr daran gelegen sein, seine Behauptungen einer kritischen Prüfung zu unterziehen, um auch die ewigen Zweifler wie uns zu überzeugen.

Wir möchten mit Pascal Voggenhuber gemeinsam ein Prüfungsprotokoll erarbeiten, das so gut wie möglich klären kann, inwiefern das, was er macht, mit dem, was er behauptet, in Einklang steht. Zu diesem Zweck würden wir mit wissenschaftlichen Expertinnen und Experten zusammenarbeiten, und zwar mit Personen aus unterschiedlichen Fachbereichen.”

Wir sind gespannt, Herr Voggenhuber.

The stage is yours!

Zum Weiterlesen:

  • Wenn ein „Medium“ zu weltlichen Mitteln greift, Teil 2: Eine Chance, die Welt zu verändern, skeptiker.ch am 9. Dezember 2013
  • Pascal Voggenhuber ist sauer, GWUP-Blog am 15. November 2013
  • “Quantenphysiker beweist Leben nach dem Tod” und anderer Unsinn, Astrodicticum simplex am 7. Dezember 2013
  • Was hält Anton Zeilinger von Homöopathie? GWUP-Blog am 2. Februar 2012
  • Quantenphysiker widerspricht Esoterikern, GWUP-News am 9. Dezember 2012
  • Weck up: Quantenmystik ohne Skepsis, GWUP-Blog am 19. Juni 2010
  • SkeptisCH – Folge 28: Matrix-Quantenheilung, skeptiker.ch am 2. Dezember 2013
  • Ein Teilchen fliegt von A nach B: klassische Physik und Relativitätstheorie, Hier wohnen Drachen am 8. Dezember 2013

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December 08 2013

12:39

Kim Kardashian, Illuminaten und die Geister von 9/11

Nichts Weltbewegendes heute zum zweiten Advent – aber zwei kleine Beispiele für esoterische Weltdeutungen, die uns für gewöhnlich verborgen bleiben:

bild.de schrieb vergangene Woche über die “peinlichste Promi-Weihnachtskarte”:

Mehr Trash geht nicht!”

Die Rede ist von einer Szenerie, die der Reality-Soap-Clan um Kim Kardashian (“Keeping Up with the Kardashians”) gestellt und Star-Fotograf David LaChapelle abgelichtet hat.

Für die Bild-Zeitung sieht das “irgendwie nach ägyptischem Karneval im Las Vegas aus”.

US-Verschwörungsjäger dagegen haben natürlich längst die “Geheimzeichen” der Illuminaten auf dem großformatigen Foto entdeckt und schlagen Alarm:

Does the Kardashians’ Christmas card hide a secret Illuminati message?

Das Dementi des TV-Sternchens wird die Konspirologen nur noch weiter in ihrer Überzeugung bestätigen – “Promis und Illuminati” sind aktuell eben der Hit, wie wir hier schon berichtet haben.

In dem Magazin Wir in Ingolstadt ist gerade ein Artikel von mir dazu erschienen.

Auch der Geisterglaube in Amerika war schon öfter Thema in unserem Blog.

Dass das neue World Trade Center mitunter “im Wind heult” und “den New Yorkern auch schon einmal den Schlaf raubt”, ist für den Focus eine kleine Notiz.


Direktlink zum Video auf Youtube

In einigen US-Medien ist dagegen von den “Geistern” der 9/11-Opfer die Rede.

Strange.

Zum Weiterlesen:

  • Das ist die peinlichste Promi-Weihnachtskarte! bild.de am 3. Dezember 2013
  • Does the Kardashians’ Christmas card hide a secret Illuminati message? The Guardian am 5. Dezember 2013
  • Keeping Up With The Illuminati? Kardashian Xmas Card Stirs Conspiracy Theories, radaronline am 4. Dezember 2013
  • Kim Kardashian hits back at claims she is a member of the Illuminati, Daily Mail am 8. November 2013
  • Lady Gaga und die Illuminaten, GWUP-Blog am 13. Oktober 2013
  • GWUP-Blog: Aberglaubenwoche in 3sat mit PSI-Tests und Spukhäusern, GWUP-Blog am 27. Oktober 2013
  • Hier heult ein Hochhaus, Focus-Online am 6. Dezember 2013
  • 9/11 Ghosts Wailing at New World Trade Center? bubblenews am 3. Dezember 2013
  • Ghostly wailing sounds heard at New York’s Freedom Tower, examiner.com am 5. Dezember 2013
  • Possible spirit voices of those that died on 9/11, examiner.com am 4. November 2012
  • Strange Noises: Eine kleine Geschichte der Himmelsposaunen, GWUP-Blog am 3. September 2013
  • Bernd Harder: “Und was haben die Illuminaten damit zu tun?” Wir in Ingolstadt am 2. Dezember 2013

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November 26 2013

20:01

Waldorf in Hamburg: Esoterik und “Abstruse Ideen”

Gestern gab’s in Hamburg eine Pressekonferenz zu dem Schulversuch im Stadtteil Wilhelmsburg, bei dem Waldorf und staatliche Regelschule irgendwie zusammengekocht werden sollen.

Wie berichtet, hatte drei Tage zuvor GWUP-Mitglied André Sebastiani im Hamburger Senat eine Petition und einen Offenen Brief des GWUP-Wissenschaftsrats überreicht, in dem Hamburgs Schulsenator Ties Rabe aufgefordert wird,

… statt esoterischer Lehren ohne Wenn und Aber eine aufgeklärte, moderne und wissenschaftliche Weltsicht ins Zentrum der Schulbildung zu stellen.”

Bei der Pressekonferenz am Montag nahm Rabe dies zum Anlass, einen dummen Politiker-Spruch abzulassen: Es hätten …

… Gegner mit Schaum vor dem Mund versucht, das Ganze zu einem Glaubenskrieg zu machen.”

Nun ja, intellektuelles Urteilsvermögen scheint sich der SPD-Mann nicht nachsagen lassen zu wollen.

Der NDR ist offenbar ganz auf Linie und haspelt in seinem Bericht “Neue Waldorfschule in Wilhelmsburg” nur verschämt etwas von “Protesten im Internet”.

Dafür redet RTL Klartext und erwähnt sowohl den Offenen Brief von “22 Forschern” als auch die Kritik der Sektenexpertin Ursula Caberta, die von den Schülern der betroffenen Schule als …

… Versuchskaninchen des Hamburger Schulsenats”

spricht.

Auch Welt-Online schreibt in dem Artikel “Ein bisschen Waldorfschule für Wilhelmsburg”:

Nicht alle sind für Waldorfpädagogik in Wilhelmsburg. Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) will das Projekt verhindern. “Die Waldorfpädagogik lässt zeitgemäße Pädagogik weitestgehend außer Acht”, so André Sebastiani. Stattdessen fuße sie auf der esoterischen Lehre der Anthroposophie von Rudolf Steiner.”

Die taz gibt ebenfalls den kritischen Einwänden der GWUP Raum:

Das Projekt ist hochumstritten. Der Bremer Grundschullehrer André Sebastiani lehnt den Schulversuch „aufs Schärfste ab“.

Er hat im Namen der „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“ (GWUP) in einer Onlinepetition rund 2.300 Unterschriften gegen den Schulversuch gesammelt.Er warnt davor, „esoterische und wissenschaftsfeindliche Ideen ins staatliche Schulwesen einzuführen“.

Alles in der Waldorfpädagogik, auch der Kunst- und Musikunterricht, fuße auf der anthroposophischen Lehre von Waldorf-Vater Rudolf Steiner.

Auch ein Brief von 22 Wissenschaftlern des GWUP-Wissenschaftsrats sei leider „völlig ignoriert“ worden, so Sebastiani. Darin heißt es, die anthroposophische Lehre enthalte ein Sammelsurium von antiaufklärerischen Ideen. So solle der Waldorf-Klassenlehrer „Künstler, Priester und höchste Autorität“ sein und das angebliche „Karma“ seiner Schüler durch „Hellsicht“ erkennen.

Die grundsätzliche Sorge der Kritiker: Es sei nicht möglich, nur die positiven Aspekte der Waldorfpädagogik herauszupicken. „Ein bisschen Waldorf geht ebenso wenig wie ein bisschen schwanger.“

Das Online-Magazin Telepolis veröffentlichte darüber hinaus heute ein Interview mit der Waldorf-kritischen Pädagogin und Autorin Irene Wagner:

Die anthroposophische Ideologie ist eine Verdummung der Menschen.”

Ein Auszug:

Frage: Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe hat am Montag den Waldorfschulversuch in Hamburg-Wilhelmsburg offiziell bekannt gegeben. Sie sind eine große Kritikerin der Waldorf-Schulen. Wie schlimm finden Sie es, dass die öffentliche Hand nun ein schulpolitisches Problem durch die Partnerschaft mit einer Waldorf-Initiative lösen will?

Irene Wagner: Ich finde es natürlich entsetzlich, dass diese Entscheidung getroffen wurde. Aber es bestätigt einmal mehr, dass die Anthroposophen sehr viel Einfluss haben. Hamburgs Bildungssenator hat vermutlich nicht die leiseste Ahnung, was er damit angerichtet hat.

Ich möchte bezweifeln, dass er auch nur ein einziges der pädagogischen Machwerke Rudolf Steiners oder eine andere Schrift von ihm kennt. Sonst müsste er wissen, dass sich das Konzept der Waldorfschule nicht mit dem Bildungsauftrag einer öffentlichen Schule vereinbaren lässt.

Ich muss allerdings auch sagen, dass selbst die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sich nicht für das Thema interessierte.”

Landesschulrat Norbert Rosenboom sagte am Donnerstag, als ihm die Petition gegen die Schule überreicht wurde, er werde keine anthroposophischen oder andere esoterisch gearteten Unterrichtsmethoden oder -inhalte dulden. Waldorf-Schulen sind ja zudem nicht alle gleich in ihrer Praxis und nicht dieselben wie zu Steiners Zeiten. Können da bei einer Zusammenarbeit unter staatlicher Aufsicht nicht die Vorteile überwiegen, gerade wenn es anscheinend um eine schwierige soziale Umgebung in Wilhelmsburg geht?

Es ist durchaus richtig, dass die Waldorfschulen nicht alle gleich sind. Auch die Staatsschulen sind nicht alle gleich. Dennoch bleiben die esoterischen Grundgedanken Steiners erhalten. Sie werden natürlich nicht in der Öffentlichkeit verkündet, das spielt sich “hinter den Kulissen” ab, wie Steiner selbst formulierte.

Waldorflehrer sind an das Konzept von Steiner gebunden, es ist Teil ihrer Ausbildung. Die Sicht auf das Kind ist geprägt von abstrusen Ideen über Karma und Temperamentszuschreibungen.

Was dem Laien an Waldorfschulen gefallen könnte, ist nicht Steiners Erfindung, sondern stammt aus der Reformpädagogik. Die könnte man auch ohne den esoterischen Hintergrund praktizieren.

Ob der Herr Landesschulrat wirklich darüber wacht, dass keine esoterischen Inhalte und Methoden einfließen, wird sich zum Beispiel daran ablesen lassen, ob das esoterische Fach Eurythmie eingeführt wird. Es ist an allen Waldorfschulen ein absolutes Muss, ihm kann sich kein Schüler entziehen.

Dass der Staat eine esoterisch ausgerichtete Schule finanzieren soll, ist absurd und widerspricht den Grundsätzen einer öffentlichen Schule.”

Zum Weiterlesen:

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November 21 2013

13:26

Der Spuk von Rosenheim

Glühbirnen explodieren, Bilder rotieren an der Wand. Hunderte von Anrufen gehen bei der Zeitansage ein, kommen auf die Telefonrechnung, doch niemand hat dort angerufen.

Das Licht flackert, eine zerplatzte Glühbirne hinterlässt Löcher in der Wand, ein drei Zentner schwerer Aktenschrank bewegt sich vor Zeugen zweimal wie von Geisterhand um 30 Zentimeter von der Wand weg. Knallgeräusche in der Luft – und all dies ohne eine vernünftige Erklärung.“

So beschreibt der TV-Journalist Oliver Halmburger im Begleitbuch zur ARD-Serie „Dimension Psi“ (2003) den berühmtesten Poltergeist-Fall in Deutschland: den Spuk von Rosenheim.

Auch die Geschichts-Rubrik einestages bei Spiegel-Online griff dieser Tage die mysteriösen Vorfälle nochmal auf. Fazit des Autors:

Das kann bis heute niemand erklären.”

Was war damals los?

In der Anwaltskanzlei Adams in der Königstraße 13 im bayerischen Rosenheim kam es 1967 zu einer Reihe von rätselhaften Geschehnissen, die sich über Monate hinzogen und bundesweit Schlagzeilen machten.

Parapsychologen und „Geisterbanner“ fahndeten ebenso nach der Ursache der Phänomene wie Techniker der Post und Physiker von der Universität München. Offenkundig war nur eines: Es spukte nur während der Bürostunden. Und stets war die 19-jährige Angestellte Annemarie nicht weit, wenn Leuchtstoffröhren von der Decke fielen oder Lampen ohne ersichtlichen Grund hin und her schwangen.

Auch der Freiburger „Spukprofessor“ Hans Bender begab sich an den Tatort, wo er indes kaum mehr tat, als die uralte Gespensterlehre wissenschaftlich zu verbrämen.

Statt um Geister gehe es um Geisteskraft, dozierte der Parapsychologe Bender und führte den zungenbrecherischen Begriff „Recurrent Spontaneous Psychokinesis“ (RSPK) ins Feld, was auf Deutsch soviel bedeutet wie „physikalisch vorläufig unerklärbare, psychisch ausgelöste Einwirkungen auf materielle Systeme“.

Was soll das bedeuten?

Ein Poltergeist, dozierte Bender, sei gar kein richtiger Geist, sondern eine Form von „psychischer Energie“.

Pubertäre Krisen und seelische Spannungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen würden eine unbekannte Kraft in ihnen aktivieren, die stellvertretend für den Betroffenen oder die Betroffene zum großen Rundumschlag gegen das berufliche oder familiäre Umfeld aushole – so wie in der Stephen-King-Verfilmung “Carrie”, die nächsten Monat (als Remake) in Deutschland startet.

Spuk stelle mithin auch ein therapeutisches Problem dar – und damit hatte Bender ganz sicher Recht.

Denn in den allermeisten Poltergeist-Fällen lassen sich mit relativ schlichten kriminalistischen Ansätzen unzufriedene oder geltungsbedürftige Kinder und Jugendliche als mutwillig handelnde Täter ermitteln, schreibt der Kriminologe Dr. Herbert Schäfer in seinem Buch “Poltergeister und Professoren”.

Dies eingedenk, lagen die Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in München möglicherweise richtig, als sie 1967 bei der Untersuchung der Anwaltskanzlei in Rosenheim feststellten, dass die Vorgänge nicht „elektrodynamisch“, sondern einfach mechanisch erzeugt würden.

Die Erscheinungen müssten von „intelligent gesteuerten Kräften herrühren, die die Tendenz zu haben scheinen, sich der Untersuchung zu entziehen“.

Bezeichnenderweise endete der Spuk, als die 19 Jahre alte Bürogehilfin Annemarie die Kanzlei verließ.

Tatsache ist aber auch, dass die junge Frau – anders als „Chopper“-Claudia – nie eindeutig der bewussten Manipulation überführt werden konnte, weshalb Rosenheim bis heute als ungelöster Top-Spukfall gilt.


Direktlink zum Video auf Youtube

einestages zitiert ein Fernsehinterview mit der heute 65-Jährigen:

Ich bin ein ganz normaler Mensch, mit einem normal ausgeprägten Gehirn, das normal denken kann. Ich hab keine Kräfte, glauben’s mir das. Es muss was anderes gewesen sein.”

“Kräfte” im Sinne von RSPK wohl tatsächlich nicht. Aber vielleicht “Kraft” als physikalische Größe in der klassischen Mechanik?

Neben Bender und Co. stattete auch der Wiener Zauberkünstler Allan der Kanzlei im bayerischen Rosenheim einen Besuch ab.

Er fand dort unter anderem hinter einem Wandregal einen Gummiknüppel, der die gleichen Klopfgeräusche verursachte wie der Poltergeist.

Mehr noch: An den Wänden entdeckte Allan sogar entsprechende „seltsame schwarze Wischspuren“.

Auch kaum sichtbare Nylonfäden waren „die große Mode in der Anwaltskanzlei“, schrieb Allan später in seinem Buch „Falsche Geister – echte Schwindler: Geisterjagd durch drei Jahrhunderte“.

Unter anderem an einem Drahtgestell, das einen „besonders springfreudigen Wandteller trug“, befand sich laut Allan ein Nylonfaden, ebenso an einem Kettenglied der Deckenlampe.

Parapsychologen wie Dr. Dr. Walter von Lucadou widersprechen indes dieser Deutung.

In seinem Buch “Die Geister, die mich riefen” schreibt Lucadou, die Nylonfäden an der Decke seien “Teil einer Testkonstruktion” der parapsychologischen Untersucher gewesen.

Allans Zauberkollege Wolfgang Hund, Mitglied im GWUP-Wissenschaftsrat, hat sich intensiv mit Allans Aufzeichnungen und dem Fall Rosenheim beschäftigt.

Dass in mittlerweile etlichen aktuellen TV-Sendungen und Presseartikeln über die alte Geschichte immer wieder die gleichen Augenzeugen mit den gleichen Aussagen wie damals zitiert werden, ist für Hund nicht verwunderlich:

Wer würde denn jetzt, nach der langen Zeit, zugeben, dass er sich eigentlich nur noch an das erinnert, was er schon x-mal erzählt hat? Und dass er aus heutiger Sicht, nach der inzwischen gewonnenen Lebens- und Berufserfahrung als Kripobeamter, Elektriker etc., das Ganze wohl völlig anders sehe würde.“

Zum Weiterlesen:

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November 20 2013

19:47

Rätsel der ägyptischen Statue in Manchester gelöst

Viel zu klären gab es eigentlich nicht wirklich – nichtsdestotrotz wollten Julia Bradbury und Ben Shephard es genau wissen.

Für ihre Sendung “Mystery Map” beim britischen Fernsehsender ITV ging das Moderatoren-Duo dem Geheimnis der sich bewegenden ägyptischen Statue im Manchester Museum auf den Grund (wir berichteten).

Experten verpassten der 4000 Jahre alten Nachbildung eines Mannes namens Neb-Senu einen Vibrationssensor und zeichneten 24 Stunden lang die Daten auf.


Direktlink zum Video auf Youtube

Es bestätigte sich die naheliegendste Erklärung:

The sensors revealed that when traffic and footfall peaked, such as at 7am and 6pm, the vibrations would cause the statue to rotate, while there was no movement over night.”

Zum Weiterlesen:

  • Mystery of rotating Egyptian statue solved, The Telegraph am 20. November 2013
  • Neb-Senu, ‘Possessed’ Rotating Egyptian Statue, Mystery Solved, The Huffington Post am 20. November 2013
  • Mystery of ‘rotating statue’ solved: 4,000-year-old artefact turned on the spot from the vibrations of visitors’ walking past, Daily Mail am 20. November 2013
  • Tagsüber im Museum: Eine Statue bewegt sich, GWUP-Blog am am 27. Juni 2013

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November 15 2013

17:49

Pascal Voggenhuber ist sauer

Fraglos ein Kandidat für das Goldene Brett:

Der selbst ernannte “Spirit Messenger” Pascal Voggenhuber hat über einen Anwalt die Schweizer Skeptiker aufgefordert, den Podcast “SkeptisCH – Folge 25: Das Medium Pascal Voggenhuber” im Internet zu löschen.

Der Mann, der laut Blick “die Toten zum Sprechen bringt”, stört sich unter anderem an dem Wort “Scharlatan”, was nach Ansicht seines Rechtsbeistands den Tatbestand der Ehrverletzung (“Üble Nachrede”) erfülle.

Hier in Deutschland gilt “Scharlatan” als zulässige Meinungsäußerung, und vermutlich weiß Voggenhubers Anwalt das auch, weswegen er noch allerlei Formalkram vorschiebt, zum Beispiel den Vorwurf, der Blogger und Podcaster Marco Kovic habe sich den Zugang zu einem “Medialitäts-Kongress” (wo Voggenhuber auftrat) “erschlichen”.

Dass das alles Unsinn ist, führt Kovic in einem aktuellen Beitrag für den Schweizer Skeptiker-Blog aus.

Darin erteilt er auch dem Voggenhuberschen Ansinnen, den Podcast sowie einen älteren Blog-Artikel zu löschen, eine klare Absage:

Was uns Skeptikerinnen und Skeptiker ausmacht, ist nicht zuletzt Standhaftigkeit. Wir bücken uns nicht jedes Mal, wenn jemandem unsere Haltung missfällt, wir bleiben nicht stehen, nur weil der Wind rau wird.

Gemessen an den Widerständen, welche wir überwinden mussten, um zu sein, wo wir heute sind, ist der juristische Einschüchterungsversuch Pascal Voggenhubers nichts, wovor wir zurückschrecken.

Wir setzen uns für kritisches Denken und Wissenschaft ein. Wir bieten dabei so gut und wann immer möglich die ausgestreckte Hand (Pascal Voggenhuber ist nach wie vor eingeladen, seine Position in einem Podcast-Gespräch zu erläutern), scheuen aber die Auseinandersetzung nicht.

In diesem Sinne in aller Aufrichtigkeit an Pascal Voggenhuber, den Giger-Verlag und deren Anwaltschaft: Viel Erfolg.

Wir denken, es ist an der Zeit, dass unser Totenflüsterer den Streisand-Effekt kennenlernt.

Zum Weiterlesen:

  • Wenn ein “Medium” zu weltlichen Mitteln greift, skeptiker.ch am 14. November 2013
  • Medium oder Scharlatan? Pascal Voggenhuber live, GWUP-Blog am 13. Oktober 2013
  • SkeptisCH – Folge 25: Das “Medium” Pascal Voggenhuber, skeptiker.ch am 13. Oktober 2013
  • Pascal Voggenhuber, Medium (Teil 1), skeptiker-blog am 29. Oktober 2010
  • Pascal Voggenhuber, Medium (Teil 2), skeptiker-blog am 20. November 2010

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November 13 2013

17:39

Vortragsvideo: “Spukt’s?”

Ein weiteres Video vom Skeptischen/Spirituellen Sonntag im Unperfekthaus:

Sebastian Bartoschek, Koautor der Buchneuerscheinung “Ghosthunting – Auf Spurensuche im Jenseits”, fragt:

Spukt’s?”


Direktlink zum Video auf Youtube

Zum Weiterlesen:

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November 01 2013

21:33

Überall spukt es – sogar im Büro eines Skeptikers

Klar, dass über Halloween die Geister durch alle Medien spukten.

In Deutschland begleitete Spiegel-TV ein Ghosthunter-Team zur ehemaligen Kinderklinik in Berlin-Weißensee – das Video gibt es hier.

Über dem großen Teich zog es die Geisterjäger zum berüchtigten Waverly Hills Sanatorium in Louisville/Kentucky, eine ehemalige und jetzt verlassene Heilanstalt und psychiatrische Einrichtung für Tuberkulosepatienten.

Ansonsten weist die internationale Presseschau zum Beispiel ein “haunted” Polizeirevier in Richmond und eine “Weiße Frau” in einer Kirche im englischen Worstead (mit Fotobeweis) aus.

Der US-Skeptiker und Paranormal Investigator Benjamin Radford schreibt über den “Bloody Mary”-Mythos, über den hierzulande schon Hoaxilla und auch wir berichteten.

Im Telegraph erzählt die Journalistin Hannah Betts eine interessante “wahre” Geschichte über ihre unheimlichen Erlebnisse in einer viktorianischen Villa in den Midlands, die sie als 16-Jährige mit ihrer Familie bewohnte.

Passend dazu gibt ein Finanzportal bei Yahoo Tipps:

How to buy or sell a haunted house.”

Da bekommt wohl Randall Bell, unser Experte für “stigmatized properties”, schneller Konkurrenz, als ihm lieb ist.

Und das, obwohl …

Ghost Busters Was a Movie, Not Reality”,

wie Sharon Hill in der HuffPost anmahnt.

Zum Thema “Ghosthunting” äußert sie sich kritisch:

My attitude toward paranormal investigation is mixed and nuanced — it’s fun, you can learn a lot about all sorts of things (history, culture, sociology, psychology, etc.) and maybe even help some people along the way.”

Aber:

There are no experts in paranormal activity except those who have searched and searched trying to find solid evidence for it and come up disappointed. An expert is one who has made all the mistakes that can be made and LEARNED from that [...]

Spirits have not been demonstrated to exists outside of a fictional plot device. Since solid evidence such things does not exist, attempts to remove them are pure theater.”

Das sehen viele “Ghosthunter” anders und versuchen, den Spuk mit High-Tech-Equipment dingfest zu machen – oftmals ohne zu verstehen, was ihre sensiblen und fehleranfälligen Geräte denn nun eigentlich genau anzeigen.

Diese Erfahrung machte sogar die als “Skepchick” bekannte Rebecca Watson, als sie die Computersoftware “xParanormal Detector” testete:

Just as I figured that out, the xParanormal Detector detected something! I felt a tingle go up my spine, as wind howled outside my window and my weird possible-meth-dealer-neighbor yelled something indistinguishable at cars passing by on the street [...]

Clearly they [the cats] were also sensing a strange presence in the room.”

Es liegt uns allerdings fern, uns über solche Erfahrungen lustig zu machen.

In dem neuen Buch “Ghosthunting – Auf Spurensuche im Jenseits” schildert Koautor Sebastian Bartoschek eine spannende PU (Paranormale Untersuchung) in seinem Büro, mit provisorischem EMF-Messgerät, Infrarotthermometerstift, digitalem Audioaufnahmegerät, Foto- und Filmkamera.

Sein Fazit:

Was bleibt von diesem Abend? Wir haben das erlebt, was viele Ghosthunter als „Indizien“ oder gar als „Beweise“ ansehen würden. In einem Büro, in dem es definitiv nie spukte. Und haben den Grusel, den Thrill einer eigenen PU erlebt. Gefühle, denen man sich nur schwerlich entziehen kann. So wie der Scheinobjektivität all der technischen Gerätschaften [...]
Das Ghosthunting ist eine emotional hoch (selbst)manipulative Erfahrung, die Unmengen von Daten mit sich bringt. Mir wird nochmals bewusst, wie wichtig es wäre, dass professionelle Akademiker, Fachleute für Physik und Psychologie, in Gespräche mit Ghosthuntern einsteigen, bei denen gemeinsam nach Erklärungen gesucht wird.”

Zum Weiterlesen:

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17:35

Die Gurubusters von Indien

Vor vier Jahren starb der indische “Anti-Guru” Basava Premanand.

Er hatte zeit seines Lebens über die Tricks der Yogis aufgeklärt, insbesondere über die Umtriebe des sogenannten “godman” Satya Sai Baba, Führer einer mächtigen und finanzstarken Sekte.


Direktlink zum Video auf Youtube


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Erfreulicherweise hat Premanand Nachfolger gefunden, die seine Arbeit fortführen.

Nach dem indischen Tehelka Magazine berichtet jetzt auch das australische Internetportal The Age über den “Guru-Buster” Satnam Singh Daun:

Daun is using [tricks] to expose the godmen, gurus, astrologers, charlatans, soothsayers, palmists, charm sellers, quacks, and humbugs who are so popular in India [...]

‘It’s because they are too stupid to become teachers, doctors or scientists that godmen become astrologers to fool people,’ Daun says.

Daun is one of three men in Mohali known as gurubusters. He is talking to the schoolchildren, accompanied by his two colleagues, to teach them to spurn superstition and be rational instead.”

Wünschen wir ihm und seinen Mitstreitern viel Erfolg.

Erst im August war der Aberglauben-Aufklärer Narendra Dabholkar in der westindischen Stadt Pune auf offener Straße erschossen worden.

Das “Übersinnliche” ist in Indien ein Milliardenmarkt.

Das Magazin Frontline beschrieb Anfang Oktober in einer Titelgeschichte die Gesamtproblematik der “Superstition Industry” auf dem Subkontinent, einschließlich der “godmen”.

Zum Weiterlesen:
  • Who ya gonna call? Gurubusters! The Age am 31. Oktober 2013
  • Myth busters of Mohali, Tehelka Magazine am 28. April 2012
  • An Indian Skeptic’s explanation of miracles
  • The Anti-Guru: B. Premanand
  • Sathya Sai Baba: Tod eines Wundergurus, GWUP-Blog am 24. April 2011
  • Anti-Guru Premanand in Europa, Skeptiker 2/1992
  • Premanand bei der GWUP-Konferenz 1993 in Wuppertal
  • Von einer, die auszog, das Fürchten zu lernen, Die Zeit am 30. August 1996
  • Leben und Sterben in Indien, dieausrufer am 25. August 2013
  • What the anti-superstition bill is about, dnaindia.com am 26. August 2013
  • “Human Torch”-Baby: Keine Spur von Selbstentzündung, GWUP-Blog am 28. August 2013
  • Indien: Gesetz gegen Aberglauben verabschiedet, GWUP-News am 25. August 2013

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16:11

Verfluchte Filme von “Haunter” und “Djinn” bis “Poltergeist”

Ach nö, nicht schon wieder diese Masche …

Gleich zwei Horror-Aktricen meinen, ihre eher müden Grusler mit Reklame der neben-normalen Art interessant machen zu müssen.

Die Libanesin Razane Jammal erzählt der in Abu Dhabi erscheinenden Zeitung The National von den Dreharbeiten zu “Djinn” von US-Regisseur Tobe Hooper:


Direktlink zum Video auf Youtube

Um sich maximal mit der Filmfigur “Salama” identifizieren zu können, habe sie angefangen, selbst an die Dschinn zu glauben, was ihr ein nachhaltiges Trauma bescherte:

I did go into a depression for about a month and it was very dark [...] Now I understand that djinns do exist, but the key is not to fear them and they will not hurt you.”

Na, da hoffen wir doch, dass Razane nie für einen Zombie-Streifen gecastet wird.

Noch dicker trägt die amerikanische Schauspielerin Abigail Breslin auf. Sie spielt die Hauptrolle in “Haunter”, der beim diesjährigen Fantasy-Filmfest zu sehen war:


Direktlink zum Video auf Youtube

Natürlich ist Abigail …

… fascinated with ghosts and other worldly, paranormal things”,

und selbstverständlich sind am Set viele gar erschreckende und unerklärliche Dinge passiert:

I was terrified”,

dürfen die Fox News der 17-Jährigen entlocken.

Nun ja, falls es mit “Haunter” wieder nicht für den Oscar reichen sollte – dann bekommt sie ihn vielleicht für dieses Interview.

Nicht zuletzt der MGM-Pressesprecher John Pisani scheiterte grandios daran, das “Amityville Horror”-Remake von 2005 mit “strange happenings” und “odd things” aufzuhübschen, die sich angeblich während der Filmproduktion ereigneten.

Zu einiger Popularität hat es indes der “Fluch” gebracht, der auf der “Poltergeist”-Reihe lasten soll:

Erst wurde Dominique Dunne, Carol Annes ältere Schwester aus Teil 1, ermordet. Dann starb der Indianer-Darsteller Will Sampson aus Teil 2, und kurz nach den Dreharbeiten erlag auch der Kane-Darsteller Julian Beck einer Krankheit.

Nach der Fertigstellung des dritten Teils setzte sich die Todesserie fort. Die Darstellerin der Carol Anne, Heather O’Rourke, starb an einer mysteriösen Infektionskrankheit”,

schreibt das Fachblatt Cinema.

Grund genug für die amerikanische Presse zu behaupten, die „Poltergeist“-Serie sei verwunschen. Jedenfalls scheint angesichts einer so tragischen Häufung von Todesfällen keiner mehr Lust zu haben, die Geschichte der Familie Freeling weiterzuerzählen.

Schauen wir uns die Umstände der ungewöhnlich hohen Sterblichkeitsrate der Darsteller mal etwas näher an:

  • Will Sampson, weltbekannt geworden durch seine Rolle als „Chief“ in „Einer flog über das Kuckucksnest“, war seit längerer Zeit schwer herzkrank und schon einmal notoperiert worden.

Er starb mit 53 Jahren am 3. Juni 1987 nach einer Herz-Lungen-Transplantation.

  • Julian Beck, der sinistre „Reverend Kane“, litt unheilbar an Magenkrebs.

Der Tod ereilte den 60-Jährigen nach 18-monatigem Siechtum am 14. September 1985.

  • Heather O’Rourke wurde am 31. Januar 1988 mit Grippe-Symptomen in eine Klinik in San Diego eingeliefert, wo sie einen Tag später starb.

Die Todesursache: Darmverengung (Stenose). Die Ärzte hatten übersehen, dass die 12-Jährige die Crohn-Krankheit hatte, eine chronische Darmentzündung, die zumeist im Teenager-Alter auftritt. Die Grippe war lediglich eine Nebenerscheinung der Crohn-Krankheit gewesen, die auch das Immunsystem schwächt. Heathers Eltern strengten einen Prozess gegen die Klinik an, den sie gewannen.

  • Dominique Dunne wurde am 4. November 1982 von ihrem gewalttätigen Ex-Freund auf einem Driveway in Los Angeles mit dem Wagen gerammt und verunglückte dabei tödlich.

Mysteriös oder unerklärlich war mithin keiner der vier Todesfälle.

Außerdem: Welchen Grund sollte es für einen Fluch geben?

Trotz einiger harter Horror-Szenen hat die „Poltergeist“-Triologie nichts Dämonisches, sondern ist in erster Linie eine Filmreihe ganz im Stil der sanften Steven-Spielberg-Spezialeffekte.

Oder sollen wir ernsthaft glauben, die „Geister“ hätten an ihrer Leinwand-Darstellung etwas auszusetzen und seien deshalb den Darstellern gram?

Das Mythen-Portal snopes.com weist zudem auf die Tatsache hin, dass andere “Poltergeist”-Hauptdarsteller wie Craig T. Nelson (Steve Freeling), Jo Beth Williams (Diane Freeling) oder Tom Skerritt (Bruce Gardner) sich weiterhin ihres Lebens und ihrer Karriere erfreuen.

Somit haben wir eine ähnliche Situation wie beim “Fluch des Tutanchamun”: ein paar wenige Zufälle – und fertig ist die Legende.

Der Rest fällt unter den Tisch.

Zur Sicherheit kann man sich als Schauspieler aber auch an das halten, was (die noch lebendige) Melissa George nach ihrer Rolle als Kathy Lutz im “Amityville”-Remake kundtat:

They say you should only do one horror film in your career, and this is it.”

Zum Weiterlesen:

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October 29 2013

19:40

Halloween-Rätsel: Der Geist am Wohnzimmerfenster

Es geht auf Halloween zu, und da werden auch ältere Storys aufgekocht, wenn sie nur “spooky” klingen.

Der lokale TV-Sender NewsChannel5 im US-Bundesstaat Ohio hat vor einigen Tagen über Lu Ann Sicuro in dem Städtchen Ravenna berichtet:

She says she’s experienced some strange and frightening paranormal activity. She hears voices, noises in the closets and door knobs jiggling.”

Außerdem hat ihr Sohn dieses Foto gemacht, das angeblich den Geist eines Kindes hinter dem Fenster zeigt, das zur Straße rausgeht:

Allerdings stammt die Aufnahme aus dem Jahr 2008 und wurde auf der Webseite Can you explain these photographs schon lebhaft diskutiert (568 Kommentare).

Wegen des TV-Berichts geistert das Bild derzeit durch viele weitere “Para”-Foren, zum Beispiel Unexplained Mysteries oder The Occult Section oder theparanormalblog.

Ohne weitere Informationen ist das “Mysterium” wohl nicht aufzulösen – oder?

Zum Weiterlesen:

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October 28 2013

20:04

Aberglaubenwoche in 3sat mit Eso-Peinlichkeiten und der “Mondverschwörung”

Tag 1 und 2 der “Aberglaubenwoche” in 3sat waren noch leidlich amüsant, zum Teil sogar informativ.

Am Dienstag (29. Oktober) wird’s dann richtig finster.

Ab 14.30 Uhr flimmern ohne Pause “Ich sehe tote Menschen”-Selbstdarsteller in unsere Wohnstuben, darunter eine gewisse Anouk Claes.

Ihr Standarwerk heißt “Durchsichtig” – und so ist auch ihre Masche, die unter anderem in der Kooperation mit dem Irrationalismus-Verfechter Jakob Bösch ihren Ausdruck findet.

Dass laut Programmtext auch “Günter Haffelder, Leiter des Instituts für Kommunikation und Gehirnforschung in Stuttgart”, ihre “besonderen Fähigkeiten bestätigt” hat, setzt noch einen drauf. Erhellendes zu Herrn Haffelder und seinem “Institut” gibt’s bei Psiram.

Traurig, dass Filmemacher wie Rosemarie Pfluger sich nicht entblöden, ihre Quotengeilheit mit pseudo-kluger Phrasendrescherei zu camouflieren:

Anouk Claes scheint mir eine ‘Ausnahme-Vermittlerin’ dieses schwierigen Stoffes. Sie ist hochintelligent, erdig, hat Humor und akzeptiert, wenn sich ihr Gegenüber skeptisch oder verständnislos gibt. Außerdem liegt das Thema in der Luft.

Die ‘Jedermanns-Esoterik’ hat offenbar ausgedient; heute scheinen viele Menschen eine Art neues Bewußtsein zu suchen, das sie selbstverantwortlicher macht – auch im Gesundheitsbereich.”

Ah ja.

Und diese “neue Selbstverantwortung” drückt sich darin aus, dass man sich von einer “Hellseherin” abhängig macht, die …

… durch lebende Menschen hindurchsehen, Energieflüsse und Emotionen erkennen und daraus den Gesundheitszustand der Betreffenden ableiten [kann].”

Darüber kann man jetzt herzhaft lachen.

Oder Colin Goldner zitieren:

Es gibt in der Esoterik-Szene zwei Kategorien von Anbietern. Die einen sind wirklich davon überzeugt, sie seien im Besitz übernatürlicher Fähigkeiten. Die anderen wissen genau, dass sie nichts können, machen aber ein Geschäft mit den Sorgen anderer.

Die einen sind Fälle für die Psychiatrie, die anderen für den Staatsanwalt.”

Was davon auf den “Totenflüsterer” Pascal Voggenhuber zutrifft, haben kürzlich erst die Schweizer Skeptiker analysiert.

Bei Mike Shiva fällt die Einordnung noch wesentlich leichter, was sich bereits in dem neckischen Filmtitel “Engel oder Bengel?” andeutet.

Der Mann ist so peinlich, dass man ihm fast nur noch satirisch gerecht werden kann:


Schade, dass 3sat nicht einfach den “Kassensturz”-Beitrag über den berüchtigten Schweizer TV-Wahrsager wiederholt:

Teurer Esoterik-Mist”

Einziger Lichtblick am dritten Tag der “Themenwoche Aberglaube” ist “Die Mondverschwörung” um 22.25 Uhr:


Direktlink zum Video auf Youtube

Und wenn man vorher das Tagesprogramm von 3sat verfolgt hat, kann man genau nachvollziehen, wie der unglaubliche Dennis Mascarenas sich bei den Dreharbeiten gefühlt haben muss.

Zum Weiterlesen:

  • Aberglaubenswoche bei 3sat, GWUP-Infos
  • SkeptisCH – Folge 25: Das “Medium” Pascal Voggenhuber, skeptiker.ch am 13. Oktober 2013
  • Holger ruft an: Bei Thomas Frickel (wg. “Mondverschwörung”)
  • Die Mondverschwörung: “Man muss sich die Erde vorstellen wie einen Globus”, Astrodicticum simplex am 8. Juli 2011
  • Strudel des Irrsinns: Interview zum Kinostart “Die Mondverschwörung”, GWUP-Blog am 17. April 2011
  • Hoaxilla-Podcast Nr. 44: “Die Mondverschwörung”
  • Die Mondverschwörung: Schillers Ode an Raumschiff Atlantis, GWUP-Blog am 5. Mai 2011
  • Die Mondverschwörung: Orgon-Engel-Energie-Akkumulator oder so, GWUP-Blog am 20. April 2011
  • Die Mondverschwörung: Planeten-Aufstellung im Hinterzimmer, GWUP-Blog am 19. April 2011
  • Making of … “Die Mondverschwörung”, GWUP-Blog am 24. September 2012
  • Astro-TV: Auf dem Straßenstrich der Astrologie, GWUP-Blog am 23. Dezember 2009
  • Bullshit-Olympiade: die Gewinner, Kritisch gedacht am 28. Oktober 2013

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October 27 2013

12:35

Aberglaubenwoche in 3sat mit Psi-Tests und Spukhäusern

Mit dem Spielfilm “Die Heilerin” beginnt heute Abend (Sonntag, 27. Oktober, 20.15 Uhr) eine Themenwoche “Geister, Spuk und Aberglaube” bei 3sat.

Skeptische Informationen und Lesetipps zu den einzelnen Dokumentationen und Reportagen haben wir hier für unsere Leser zusammengestellt.

Auf der Sender-Homepage finden sich zudem kritische Interviews mit dem Blogger und Journalisten Hugo Stamm sowie mit Skeptiker-Autor Peter Brugger.

  • Morgen (Montag, 28. Oktober) geht es dann ab 20.15 Uhr in die Vollen.

Zuerst werden “Die Außerirdischen” (“Mythos und Wahrheit”) vom Himmel geholt. Passend dazu ist heute in der Rhein-Neckar-Zeitung der Artikel “Angriff der Außerirdischen” erschienen.

Darin kommt auch Ufo-Skeptiker Werner Walter zu Wort:

Ich sage nur: Es war einmal. Das Märchen von den Ufos und ihren gefährlichen Außerirdischen ist in unserer Zeit das einzige Märchen, das noch funktioniert”, meint der UFO-Experte Werner Walter, der in Mannheim seine bundesweit bekannte UFO-Meldestelle betreibt. Mehrere Tausend UFO-Meldungen hat er seit 1976 bekommen.

“Darunter waren etwa ganze 50, für die es auf Anhieb keine natürliche Erklärung gab”, erzählt er. Leichtgläubigkeit, gepaart mit Hysterie und dem Glauben an übernatürliche Dinge, wie eben im Märchen, sind seiner Meinung nach die Auslöser für die ungebrochene UFO-Gläubigkeit.”

Gleich im Anschluss (21 Uhr) steht das “Übersinnliche” auf dem Prüfstand: 3sat wiederholt die Doku “Wahre Gabe oder fauler Zauber?” über die Psi-Tests der GWUP.

Nach einer “Bauerfeind”-Diskussion (mit gelinde gesagt schräger Besetzung) über Elfen und Einhörner wird die Star-Astrologin Elizabeth Teissier porträtiert, die sich 2011 mit einer Prognose zu Dominique Strauss-Kahn lächerlich machte und für 2013 einen “großen, kanalisierten Umbruch” vorhersagte.

Den aufsehenerregenden Streit um ihre Doktorarbeit an der Sorbonne kann man ausführlich bei sciencesofa nachlesen.

Schließlich folgen noch “Nahtoderlebnisse und ihre Konsequenzen” sowie ein Bericht über das Computerspiel “GhostControl Inc.”.

Was genau der Inhalt der Reportage “Hexen, Geister und ein schräger Schlossherr” um 23.45 Uhr ist, erschließt sich aus der Ankündigung nicht so ganz.

Vielleicht geht es um ein Spukschloss, vielleicht auch nicht. Jedenfalls zeigt 3sat am Dienstag (29. Oktober, 16.50 Uhr) noch ein “Haunted House”, nämlich das Hotel Val Sinestra im Engadinger Seitental.

Ob ein Hausgeist unter Marketing-Aspekten nun Fluch oder Segen bedeutet, darüber wird auf dem amerikanischen Kontinent gerade eine skurrile Debatte geführt.

The Topeka Capital Journal berichtete dieser Tage über Lori Ford, die in Holton (Kansas) das umspukte Hotel Josephine betreibt. Aus ihren eher unklaren Statements kreierte die Zeitung das salomonische Urteil:

Tales of haunting help, hurt businesses in northeast Kansas.”

In Kitchener (Ontario) wies ein Gericht die Klage eines Hauskäufers ab, der sich vom Vorbesitzer getäuscht fühlt.

Denn dieser habe verschwiegen, dass es in dem Gebäude spukt.

Keine Chance, urteilte Richter James Sloan:

In essence what we have is a double hearsay rumour about a ghost from a couple of people after they had consumed a few beers at a social function.”

Doch im Nachbarland USA ist der Begriff “stigmatization of property” durchaus eine ernste Angelegenheit.

Mehr als der Hälfte der US-Bundesstaaten hat Gesetze erlassen, die Makler und Immobilienverkäufer dazu verpflichten, eine “psychologische Befrachtung” ihrer Objekte offenzulegen:

Some states have a long list of stigmas that must be reported. They range from violent deaths, suicides and sex crimes to drug activity – specifically drug manufacturing at the location since the chemicals used could seep into the walls or foundation [...]

In California, for example, a seller is bound to answer the buyer’s question about any deaths that occurred in the home. Illinois statutes state that since ghosts would not have an effect on the “physical condition” of the home they do not need to be disclosed.

In New Jersey, on the other hand, real estate agents and sellers are specifically required to disclose, “Psychological impairments” inherent in a property – and yes, that includes the fact that it purports to be haunted. The same holds in Hawaii where the culture of spirituality and respect for the land require full paranormal disclosure.”

Und natürlich gibt es längst “Experten”, die daraus Kapital schlagen, wie etwa Randall Bell, über den diesen Monat die Los Angeles Times schreibt:

The 54-year-old Laguna Beach resident is a doom-and-gloom real estate appraiser. He has carved out a singular niche, fielding calls from governments, big businesses, crime victims and international media, all seeking insight into the worth of stigmatized properties.”

Dagegen kann der “schräge Schlossherr” bei 3sat vermutlich nicht anstinken.

Teil 2 unserer Ankündigung der “Themenwoche Aberglauben” gibt’s morgen.

Zum Weiterlesen:

  • The good and bad of haunted hotels, Doubtful News am 20. Oktober 2013
  • Haunted property lawsuit dismissed as a joke, Doubtful News am 18. Oktober 2013
  • Stigmatized properties – How does publicity affect value of “haunted” houses? Doubtful News am 9. Oktober 2013
  • What the law says about “haunted houses”, Doubtful News am 10. Juni 2013
  • Wissenschaftsskandale (7): die Doktorin der Astrologie, sciencesofa am 27. Januar 2013
  • Frau Teissier schwurbelt sich durch das Jahr 2013, Wahrsagerchecks-Blog am 3. Januar 2013
  • Heute in den Medien: Frau Hanselmann und die Promis, Wahrsagerchecks-Blog am 18. Mai 2011
  • Einheitliche Nachrichten über das Jenseits, dasgehirn.info am 27. August 2013
  • Zufälle gibt’s: Peter Brugger in NZZ Folio im Dezember 2004

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October 13 2013

17:04

Lady Gaga und die Illuminaten

Die Illuminaten holen zum ganz großen Schlag aus.

Nicht das World Trade Center oder deutsche Milchbauern oder künstliche Meteoreinschläge sind nunmehr ihr Ziel – sondern die Unterhaltungsindustrie!

So wispert es durchs Internet, untermalt mit eindrucksvollen Videos:


Direktlink zum Video auf Youtube

Als wir im September hier über das Geheimprojekt MKULTRA berichteten, zitierten wir unter anderem die US-Schauspielerin Roseanne Barr:

Roseanne is suggesting that Hollywood is a tool used in the manipulation of human consciousness, used as a tool for behavior modification and perception control  in human beings.

Weitere Recherchen unsererseits erbrachten schnell, dass nur der allmächtige Geheimbund der Illuminaten hinter einem solch monströsen Plan stecken kann.

Nehmen wir zum Beispiel Lady Gaga:

Her whole persona (whether its an act or not) is a tribute to mind control, where being vacuous, incoherent and absent minded becomes a fashionable thing”,

belehren uns die “Vigilant Citizen” in dem Artikel “Lady Gaga, The Illuminati Puppet”.

Erkennbar sei das natürlich ganz leicht am “symbolism surrounding Lady Gaga”.

Verräterisch sind neben Name und Logo der exzentrischen Künstlerin vor allem deren Gesten – etwa wenn sie mit Daumen und Zeigefinger das “Allsehende Auge” von der Illuminaten-Pyramide formt, wie hier detailliert aufgeschlüsselt wird.

Da macht es auch fast gar nichts, dass die Illuminaten während der kurzen Zeit ihrer realen Existenz gar keine Symbole okkupierten – außer der Eule der Minerva, der Göttin der Weisheit und Klugheit.

Zum anderen ist das dreieckige „Allsehende Auge“ ein uraltes christliches Symbol für die göttliche Dreifaltigkeit. Auf der berüchtigten One-Dollar-Note bedeutet es nach offizieller Lesart der US-Notenbank: Unter dem Auge Gottes sollen geistige Entfaltungsmöglichkeit, Bildung und Freiheit der Wissenschaft in den Vereinigten Staaten gewährleistet sein.

Da aber Verschwörungsfans dazu neigen, in winzigen Zeichen ganz viel zu sehen, gehört auch Eminem zu den Illuminaten-Marionetten.

Der Beweis findet sich in seinem Album “Recovery”:

Inside the album, one can find another image which could indicate where Eminem stands, showing the All Seeing Eye of Lucifer, while at the same time kinda looking like he made a mistake.”

Was man tatsächlich auf dem Foto sieht: Der weiße Rapper hält sich das rechte Auge zu.

Sonst nichts.

Dessen ungeachtet zeigen die Verschwörungsjäger von “Vigilant Citizen” unverdrossen ihre “Symbolic Pics of the Month”, aktuell werden Amber Rose, Bono, Lady Gaga, Eminem und Miley Cyrus für die angebliche Illuminaten-Konspiration vereinnahmt.

Und auch das Portal Luciferian Symbolism verkündet selbstgewiss:

Any study of Music and Movies will find all the usual suspects (proving Satanic control), along with some symbols for mind control.”

Klar, wenn “die üblichen Verdächtigen” eh schon ausgemacht sind, führt zwangsläufig jede “Suche” nach “Beweisen” zum Erfolg.

Und dass Rockmusik des Teufels ist, steht für Fundamentalchristen und andere notorisch Besorgte längstens seit Machwerken wie “Die okkulte Seite des Rock” oder “Wir wollen nur deine Seele” fest.

Anno 2013 sind nun die Illuminaten an die Stelle des Gehörnten getreten – das macht Sinn, denn schließlich war kein Geringerer als Luzifer selbst der “erste Illuminat”:

Aktuelle Stars wie Lady Gaga, Rihanna oder der Rapper Jay Z vertreten mittlerweile immer offener die Ziele der Illuminaten und verherrlichen eine von Unterdrückung und Gewalt geprägte Weltdiktatur. Ihre Musikvideos und Shows sind häufig gespickt mit Illuminati-Symbolen und durchtränkt von Anspielungen auf die zum Teil schockierenden Rituale okkulter Geheimbünde.

Soso.

Dass solche Behauptungen keinen Sinn ergeben, müssen erwachsene Konspirologen sich ausgerechnet von klugen Teenagern sagen lassen.

Etwa von den Leserinnen der Zeitschrift Mädchen, die sich in ihrer Online-Community über die Gerüchte um Lady Gaga, Rihanna, Beyonce und die Illuminaten austauschen:

Das Einzige, was ich nicht verstehe: Wenn die Illuminati noch im Geheimen existieren, um unentdeckt Einfluss auf die Weltgeschehnisse zu nehmen – warum sie sich dann mit ihren Symbolen überall outen sollten? Das wiederspricht sich doch. Weil dann sind sie ja nicht mehr geheim.“

 Zum Weiterlesen:

  • Astrologen, Rockmusiker und andere “Ehemalige”, GWUP-Blog am 10. Dezember 2009
  • Kanzlerin Merkel und die Psychologie von Verschwörungstheorien, GWUP-Blog am 4. Mai 2013
  • Die One-Dollar-Verschwörung, GWUP-Blog am 8. September 2012
  • Die Schattenmänner, Skeptiker 4/2005
  • Illuminati in Ingolstadt: Alles nur Phantasie? GWUP-Blog am 27. August 2009
  • Bernd Harder: Elvis lebt! Lexikon der unterdrückten Wahrheiten. Herder-Verlag, Freiburg 2010
  • Uwe Ochsenknecht vertont skeptisches Buch, GWUP-Blog am 2. August 2010
  • “Verschwörungstheorien” bei Hoaxilla
  • Ausstellung: Die Illuminaten in Ingolstadt, GWUP-Blog am 23. September 2011
  • Die Illuminaten bringen uns um unser Geld, GWUP-Blog am 4. Oktober 2010
  • Dinner mit den Illuminaten, GWUP-Blog am 31. Juli 2010
  • Paris Hilton und die Illuminaten, GWUP-Blog am 17. April 2008
  • Verschwörungstheorien: Eine Annäherung, skeptiker.ch am 29. September 2013

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14:18

“Medium” oder Scharlatan? Pascal Voggenhuber live

Im Youtube-Kanal der James Randi Educational Foundation findet sich eine interessante 10-teilige Vorlesungsreihe mit Ray Hyman:

How To Think About Dubious Claims”

Teil 7 dreht sich um Hymans Lieblingsthema “Cold Reading” oder:

How to Convince People that You Know All About Them”


Direktlink zum Video auf Youtube

Auch beim Skeptiker-Treffen TAM 2012 in Las Vegas sprach der Psychologie-Professor über “Psychics” und ihre Methoden:


Direktlink zum Video auf Youtube

Die spannende Frage ist nun: Funktioniert das wirklich?

Können “Hellseher” und “Wahrsager” ihr Publikum mit viel Show und ein paar wenigen Allgemeinplätzen tatsächlich glauben machen, sie hätten echte übersinnliche Fähigkeiten?

Die Schweizer Skeptiker wollten es genau wissen und besuchten zu diesem Zweck einen “Medialitäts”-Kongress, der Anfang Oktober in Zürich stattfand.

Dort nahmen sie den “Spirit Messenger” Pascal Voggenhuber unter die Lupe.

Diese bekannte “Medium” befindet sich gerade auf einer “Nachricht aus dem Jenseits Live-Tour” durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Heute hat nun Marko Kovic einen ausführlichen Podcast über Voggenhubers Auftritt mit einer skeptischen Bewertung seiner Trefferquote veröffentlicht.

Fazit:

Voggenhuber ist ein Scharlatan.”

Zum Weiterlesen:

  • SkeptisCH – Folge 25: Das “Medium” Pascal Voggenhuber, skeptiker.ch am 13. Oktober 2013
  • GWUP-Blog: Cold Reading Teil 1
  • GWUP-Blog: Cold Reading Teil 2
  • GWUP-Blog: Cold Reading Teil 3
  • GWUP-Blog: Cold Reading Teil 4
  • Medium für einen Tag, GWUP-Blog am 4. Oktober 2012
  • Medium für einen Tag II, GWUP-Blog am 6. Oktober 2012
  • Sind Hellseher sympathisch? GWUP-Blog am 30. September 2012
  • Sind Hellseher seriös? GWUP-Blog am 1. Oktober 2012
  • Sind Hellseher anerkannt? GWUP-Blog am 2. Oktober 2012
  • Sind Hellseher Schwindler? GWUP-Blog am 2. Dezember 2012
  • Cold Reading: How to Convince Strangers That You Know All About Them, Skeptical Inquirer 1977 (deutsche Übersetzung im Skeptiker 1/2007
  • Die psychologische Analyse des „Cold Reading“ durch Ray Hyman – 30 Jahre danach, Skeptiker 1/2007
  • Die Kunst des “Cold Reading”, hpd-online am 24. August 2007

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